Grüne Karte und A-Pickerl

Die "Grüne Karte" dient als internationale Versicherungskarte

Die "Grüne Karte" – ein grünes Formular – ist eine internationale Versicherungskarte, die im Ausland als Bestätigung für eine vorhandene Kfz-Haftpflichtversicherung dient. Das österreichische Kennzeichen gilt auch ohne "Grüne Karte" in den meisten europäischen Staaten (und auch außerhalb der EU) als Nachweis für einen ausreichenden Versicherungsschutz.

"Trotzdem wird die "Grüne Karte" bei Verkehrskontrollen im Ausland immer wieder verlangt", weiß ÖAMTC-Chefjurist Hugo Haupfleisch. "Wer bei der Reise ins Ausland die "Grüne Karte" dabei hat, erspart sich daher unter Umständen viel Ärger mit den dortigen Behörden. Außerdem ist im Schadensfall der Austausch der Versicherungsdaten durch Übergabe einer Kopie der "Grünen Karte" wesentlich einfacher."

Wo die "Grüne Karte" Pflicht ist

Die "Grüne Karte" ist in den folgenden Ländern Pflicht: Albanien, Bosnien- Herzegowina, Mazedonien, Moldawien, Ukraine, Weißrussland, Serbien und Montenegro. Für den Kosovo ist die Grüne Karte nicht gültig. Es muss an der Grenze eine Grenzversicherung abgeschlossen werden.

Achten Sie auf das richtige Länderkürzel für Serbien und Montenegro!
Seit Sommer 2007 lautet die Länderbezeichnung für Serbien SRB (statt SCG). Die Grünen Karten mit der neuen Bezeichnung SRB gelten auch in Montenegro. Versicherungskarten mit der "alten" Länderbezeichnung SCG sind für Serbien und Montenegro nicht mehr gültig. Um Unannehmlichkeiten zu vermeiden, sollte vor einer Reise nach oder durch Serbien und Montenegro unbedingt eine (kostenlose) Grüne Karte mit dem aktuellen SRB-Kürzel angefordert werden.

Für folgende Länder ist die "Große Grüne Karte" erforderlich

In diesen Ländern braucht man eine spezielle kostenpflichtige Grüne Karte: Für die Türkei, Russland, Tunesien, Iran, Israel und Marokko muss von der Versicherung das jeweilige Länderkennzeichen gesondert in die Grüne Karte eingetragen werden. In der Türkei ist darauf zu achten, dass der Versicherungsschutz für die gesamte Türkei gilt. Für die Zeit der Reise in diese Länder wird von Versicherungen meist eine wesentlich höhere Prämie verlangt.

Vergisst man auf die Karte oder ist das Länderkürzel nicht richtig angeführt, muss man bei der Einreise eine Grenzversicherung beim Zollamt abschließen. "Die dann teils völlig überhöhte Versicherungsprämie muss man vor Ort bezahlen. Dafür erhält man die Polizze", erklärt der ÖAMTC-Chefjurist. "Der damit 'erkaufte' Versicherungsschutz beschränkt sich allerdings auf die meist sehr niedrigen nationalen Deckungssummen."

Der Weg zur Grünen Karte

Die Versicherungskarte kann bei der eigenen Haftpflichtversicherung kostenlos angefordert werden. "Allerdings ist die Gültigkeit auf ein Jahr beschränkt und muss immer wieder erneuert werden", weiß Haupfleisch. Manche Versicherungen schicken ihren Kunden regelmäßig automatisch die Grüne Karte zu.

A-Pickerl noch immer im Dienst

Auch das "alte" A-Pickerl hat trotz Europäischer Union noch lange nicht ausgedient. "Der Aufkleber ist dann nötig, wenn kein 'neues' EU-Kennzeichen am Fahrzeug angebracht ist", so der ÖAMTC-Chefjurist. Bei Fahrten außerhalb der EU empfiehlt der ÖAMTC ein A-Pickerl zusätzlich zum EU-Kennzeichen anzubringen.

Textnachweis: www.oeamtc.at