Sicher durch den Winter

Winterliche Straßenverhältnisse stellen für Autofahrer immer eine besondere Herausforderung dar. Doch mit dem richtigen Fahrverhalten und einer optimalen Fahrzeugausrüstung lässt sich auch bei Eis und Schnee der Tagesverkehr bzw. jede Reise meistern. Wir haben für Sie einige hilfreiche Tipps zusammengetragen. Am wichtigsten aber ist: Geschwindigkeit anpassen! Fahren Sie  kontrolliert, ruhig und vorausschauend, sodass Sie jederzeit sicher anhalten können.

Batterie

Tipps für eine längere Lebensdauer Ihrer Batterie!
Im Winter wird die Auto-Elektrik infolge Kälte und Dunkelheit ganz besonders beansprucht, denn Abblendlicht, Scheibenwischer, Heckscheibenheizung und Heizgebläse verbrauchen eine Menge Strom. Wenn weitere Energie für Radio, Zusatzverstärker, Nebelscheinwerfer und -rückleuchte, Außenspiegel- und Sitzbeheizung sowie eventuell eine Standheizung hinzukommt, kann die Batterie schon einmal schlappmachen.

Nur eine gut geladene Batterie, nicht zu alte Zündkerzen sowie eine intakte Elektronik sorgen für ein problemloses Anspringen. Die Lichtmaschine benötigt außerdem eine gewisse Zeit, um die beim Start des Autos verbrauchte Energie zurückzugewinnen und die Batterie wieder aufzuladen. Deshalb sind Kurzstreckenfahrten von weniger als zehn Minuten kritisch.

Kabelanschlüsse

Überprüfen Sie Steckverbindungen und Kabelanschlüsse auf Oxidation hin. Ein Kontaktspray kann hier Abhilfe schaffen. Halten Sie die Pole stets sauber, um Stromverluste durch Kriechströme zu vermeiden.

Kühlwasser

Versehen Sie das Kühlwasser mit ausreichend Frostschutzmittel. Dabei sollte man wissen, dass die Mittel ihre Wirkungskraft nicht ewig behalten. Also lieber vor dem ersten Kälteeinbruch prüfen und – wenn nötig – austauschen lassen. Frostschutzmittel können Sie an der nächsten BP Tankstelle kaufen.

Standzeiten

Vermeiden Sie bei Fahrzeugen mit Alarmanlage und gleichzeitig altersschwacher Batterie längere Standzeiten – etwa während des Urlaubs am Flughafen – oder verzichten Sie auf das Aktivieren der Anlage. Sonst könnte die Restenergie zum Starten nicht mehr ausreichen. Die Lebensdauer einer Markenbatterie beträgt etwa 4 bis 6 Jahre. Besitzer von Autos mit umfangreicher Ausstattung sollten den Einbau einer leistungsstärkeren Batterie erwägen und bei Kauf nicht unbedingt sparen, denn eine längere Lebensdauer gleicht die höheren Kosten in der Regel aus.

Nebelscheinwerfer

Schalten Sie Nebelscheinwerfer und -rückleuchte wirklich nur bei Nebel, also bei einer Sicht von 50 Metern oder weniger, ein.

Stromfresser

Zügeln Sie „Stromfresser" wie z. B. Heckscheibenheizung, Sitzheizung, Radio und Zusatzverstärker. Schalten Sie diese vor allem nicht gleichzeitig ein.

Schneeketten

In bergigen Gegenden gehören Schneeketten zur winterlichen Grundausstattung.

Das gilt auch für Fahrer von Allradfahrzeugen. Schneeketten auf Sommerreifen sind kein Ersatz für eine adäquate Winterbereifung, wie verschiedene Tests gezeigt haben. Fahren Sie mit Schneeketten auf Eis, so ist der Bremsweg im Vergleich zu Winterreifen ohne Schneeketten nicht oder nur minimal kürzer.

Am besten Sie deponieren die passenden Ketten – zusammen mit den Arbeitshandschuhen und eventuell einer Unterlage für die Knie – vor dem Start in die Berge an gut erreichbarer Stelle im Auto. Wer nur einmal im Jahr Schneeketten für die Fahrt in den Winterurlaub braucht, kann diese z. B. in den Geschäftsstellen des ÖAMTC ausleihen.

Montage

Schneeketten werden grundsätzlich an den Antriebsrädern des Autos montiert. Bei Fahrzeugen mit Allradantrieb beachten Sie bitte die Benutzungshinweise des Herstellers.    

Wer die Montage zu Hause im Trockenen schon einmal geübt hat, hat im Ernstfall weniger Probleme und beugt der Gefahr vor, durch falsches Anlegen an Fahrzeug und Ketten Schäden zu verursachen. Zu locker montierte Schneeketten können Bremsleitungen, Radaufhängungen und ABS-Sensoren beschädigen.

Suchen Sie zur Montage der Schneeketten rechtzeitig einen Parkplatz oder einen anderen, möglichst ebenen Stellplatz auf. Vermeiden Sie es – zu Ihrer eigenen Sicherheit –, an unübersichtlichen Stellen zu halten. Ist bei einsetzendem Schneegestöber und Minusgraden unterwegs kein guter Montageplatz zu finden, kann man die Ketten auch an der nächsten Tankstelle oder besser in einer Reparaturwerkstatt gegen Bezahlung aufziehen lassen.

Überprüfen Sie den Sitz der Schneeketten nach einigen Metern Fahrt noch einmal, um sicher zu gehen, dass sie korrekt montiert sind.

Fahren mit Schneeketten

Passen Sie Ihre Fahrweise unbedingt den veränderten Bedingungen an und vermeiden sie es, stark zu bremsen oder zu beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit für Autos mit montierten Schneeketten beträgt 50 km/h. Wer es eiliger hat, riskiert nicht nur höheren Verschleiß oder den Riss der Ketten, sondern auch eine Geldstrafe.

In einigen Ländern besteht auf einigen Strecken Schneeketten-Pflicht. Bei Missachtung ist mit hohen Geldstrafen zu rechnen. Achten Sie daher unbedingt auf das runde blaue Verkehrsschild, das einen mit Schneeketten versehenen Reifen zeigt.

Demontieren Sie die Ketten, sobald die Fahrbahn nicht mehr mit Schnee bedeckt ist, denn dann ist der Verschleiß besonders hoch.

Pflege

Säubern Sie die Schneeketten, spätestens wenn der Winter vorüber ist, gründlich mit klarem, lauwarmem Wasser. Befreien Sie die Fahrhilfen vor allem von Schmutz- und Salzrückständen und lassen Sie sie gut trocknen. Schäden durch Korrosion können dazu führen, dass die Schneeketten unbrauchbar werden. Gegen Rostbildung kann man darüber hinaus ein Allzweckspray benutzen.

Starthilfekabel

Sie gehen morgens aus dem Haus, wollen schnell zur Arbeit und Ihr Wagen springt nicht an. Gerade im Winter kommt dies häufiger vor. Wenn mehrmalige Startversuche von etwa 10–20 Sekunden nicht mehr helfen, brauchen Sie entweder ein paar kräftige und hilfsbereite Hände, die Ihnen beim Anrollen des Wagens helfen oder ein Starthilfekabel und ein Spenderauto.

Zum Starten des Wagens gehen Sie folgendermaßen vor:
  • Verwenden Sie nur Batterien mit gleicher Nennspannung.
  • Stellen Sie beide Motoren ab.
  • Achten Sie darauf, dass sich die Karosserien beider Fahrzeuge während der Starthilfe nicht berühren.
  • Schalten Sie die Warnblinkanlage beim Spenderauto ein.
  • Klemmen Sie das rote Starthilfekabel an den Pluspol der entladenen Batterie.
  • Verbinden Sie dann die andere Klemmzange des roten Kabels mit der Spenderbatterie.
  • Anschließend klemmen Sie das schwarze Starthilfekabel an den Minuspol des Spenderautos.
  • Für den nächsten Schritt sollten Sie die Hinweise Ihres Herstellers beachten: Jetzt müssen Sie nämlich die Minuszange an die blanke Stelle des defekten Autos abseits der Batterie, beispielsweise an den Motorblock, klemmen.
  • Starten Sie danach den Motor des helfenden Autos, anschließend den Motor des anderen Wagens.
  • Lassen Sie die Motoren maximal 15 Sekunden laufen.
  • Zum Schluss klemmen Sie die Kabel in umgekehrter Reihenfolge wieder ab.
  • Nach der Starthilfe nehmen Sie sich bitte die Zeit und fahren das Fahrzeug über eine größere Distanz, um die Batterie richtig zu laden.
  • Bitte beachten Sie, dass Sie nur genormte Starthilfekabel benutzen.