Öl/Gas und Alternative Energien

Hochkarätiges Podium und lebhafte Diskussion

27. April 2017

Wolfgang Langhoff, Vorstandsvorsitzender BP Europa SE

Dev Sanyal, CEO BP Alternative Energy und Executive Vice President Europe/Asia

Dev Sanyal, CEO BP Alternative Energy und Executive Vice President Europe/Asia

Prof. Dr. Hans-Werner Sinn, Präsident a.D. des ifo-Instituts

Dr. Michael Fuchs, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Zuhörer des BP Forums im Atrium

Podiumsdiskussion

Podiumsdiskussion

Podiumsdiskussion

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Einer lebhaften Diskussion folgten rund 100 Gäste des BP Forums, das in seiner 15. Auflage in Berlin stattfand. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Verhältnis zwischen erneuerbaren und fossilen Energieträgern mit Blick auf die ambitionierten Klimaziele, die sich Europa und vor allem Deutschland gesetzt haben.

Das hochkarätig besetzte Podium bildeten

  • Dev Sanyal, CEO BP Alternative Energy und Executive Vice President Europe/Asia,
  • Dr. Michael Fuchs, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion,
  • Prof. Dr. Hans-Werner Sinn, Präsident a.D. des ifo Instituts, Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München und
  • Dr. Christoph Wolff, Managing Director European Climate Foundation. 
Die Antwort der Gäste, die bereits im Vorfeld an einer Onlinebefragung teilnahmen, war jedenfalls eindeutig. Die Ergebnisse, die der Vorstandsvorsitzende der BP Europa SE, Wolfgang Langhoff, in seiner Begrüßung vorstellte, zeigten: 65 Prozent erwarten einen Mix aus erneuerbaren Energien und Öl und Gas als Kombination. Ebenso gab es eine einhellige Meinung über das vollständige Aus der Kohle in Deutschland bis 2050 (87 Prozent). 60 Prozent sind der Auffassung, dass gerade den Kosten der Energiewende künftig mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte.
Dev Sanyal mahnte in seinem Impulsstatement mehr Realismus und einen genaueren Blick auf die Fakten an. Dies sei vor allem mit Blick auf die Frage hinsichtlich des Wachstums der erneuerbaren Energieträger notwendig. Als Beispiel aus der Geschichte nannte er die Entwicklung beim Öl: Öl als Energieträger brauchte 40 Jahre, um seinen Anteil am Energiemix von ein auf zehn Prozent zu steigern. Er warb für die Nutzung von mehr Erdgas vor allem in der Stromerzeugung und eine stärkere Fokussierung auf Effizienzgewinne. Darin liege mit Blick auf die Mobilität deutlich mehr Potenzial in Bezug auf eine geringere Ölnachfrage als bei der Elektromobilität.
Dr. Christoph Wolff von der European Climate Foundation skizzierte in seinem Statement den Ansatz, den Stromsektor stark zu dekarbonisieren und in den übrigen Sektoren wie Industrie, Verkehr und bei Gebäuden die Elektrifizierung voran zu treiben. Dr. Michael Fuchs sprach sich vor allem für eine Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie aus. Wenn nur ein Land oder eine Region einseitig Maßnahmen anstoße und keiner folge, käme es zu einem sogenannten Carbon Leakage. Die Folge seien Wettbewerbsverzerrungen.
Professor Dr. Hans Werner Sinn argumentierte als Volkswirt in eine ähnliche Richtung. Die fossilen Energieträger blieben nicht in der Erde, wenn Deutschland alleine voranschreite. Das sei nur umsetzbar, wenn alle Länder zusammen Maßnahmen ergreifen würden. Er sprach auch die Kosten am Beispiel des Stromsektors in Deutschland an, wo man konventionelle Kraftwerke aufgrund der starken Schwankungen des erneuerbaren Stroms dringend benötige. Deutschland habe sich entschieden, mit der Einführung der Erneuerbaren doppelte Strukturen für die Stromerzeugung vorzuhalten, das bedeute jedoch auch doppelte Kosten.
In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde ergänzend das Thema der fehlenden Speichermöglichkeit thematisiert. Auch hier wies Prof. Sinn darauf hin, dass eine ausreichend Speicherung aktuell weder technisch noch wirtschaftlich darstellbar sei. Dev Sanyal betonte in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit von Technologieoffenheit sicherer politischer Rahmenbedingungen. Einigkeit bestand bei den Teilnehmern darüber, dass nicht nur bei Stromerzeugung, sondern auch in den anderen Sektoren noch technologische Entwicklungen notwendig sind.

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