Fünf Schritte in eine CO₂-ärmere Zukunft

BP hat fünf Maßnahmenfelder identifiziert, mit denen das Unternehmen die Herausforderungen des Klimawandels als Teil der eigenen Geschäftstätigkeit angeht.

Hinweis

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um eine Übersetzung des englischen Originals. Rechtlich bindend ist alleine das englische Original.
BP erkennt an, dass der erwartete Anstieg der CO₂-Emissionen durch fossile Energieträger um rund 20 Prozent bis 2035 über dem Wert liegt, der nach Ansicht von Experten eingehalten werden muss, um die schlimmsten Auswirkungen durch eine Begrenzung des globalen durchschnittlichen Temperaturanstiegs auf zwei Grad Celsius (2°C) einzudämmen. Auch wenn BP dieses Szenario eindeutig nicht für gut hält, schätzt das Unternehmen es aktuell jedoch als wahrscheinlich ein. 

Was also unternimmt BP, um zu helfen? BP ergreift Maßnahmen, die von der Mitwirkung an der Debatte um eine weltweite Lösung bis hin zur Lieferung CO₂-ärmerer Energie an Kunden reichen.

1. Forderung nach einem verbindlichen CO₂ Preis

BP ist der Ansicht, dass die Herausforderungen des Klimawandels so groß sind, dass Regierungen klare politische Rahmenbedingungen für CO₂-Emissionen festlegen sollten. Insbesondere ist BP der Auffassung, dass die Bepreisung von CO₂-Emissionen Maßnahmen für eine höhere Energieeffizienz attraktiver und emissionsärmere Energieträger wettbewerbsfähiger machen würde. Dazu müsste es einen Preis geben, der alle Emissionen gleich behandelt, ob sie aus einem Schornstein oder einem Auspuff kommen. Dies könnte durch Emissionshandelssysteme oder durch eine CO₂ Steuer realisiert werden. BP bereitet sich auf die Zukunft vor, indem das Unternehmen einen CO₂ Preis in die Kalkulation von Großprojekten einbezieht.
BP merkt an, dass der Klimawandel auch angegangen werden kann, wenn Öl und Gas für weitere Jahrzehnte Teil des Energiemixes bleiben. Sogar im ambitionierten „450 Scenario“ der Internationalen Energieagentur zur Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 2°C, würden Öl und Gas weiterhin 49 Prozent des Energiemixes im Jahr 2030 ausmachen und 43 Prozent im Jahr 2040.

2. Versorgung mit Erdgas

Erdgas sollte bei der Befriedigung der weltweiten Energienachfrage eine stärkere Rolle spielen, da es pro Energieeinheit nur etwa halb so viel CO₂ erzeugt wie Kohle. Eine Erhöhung des Gas-Anteils zulasten von Kohle würde also bei der Einschränkung der Treibhausgasemissionen helfen. BP kommt bei der Versorgung mit Erdgas als sauberer Alternative zur Kohle eine Schlüsselrolle zu. Rund die Hälfte von BPs aktuellem Upstream-Geschäft erstreckt sich auf Erdgas und der Anteil wird in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich weiter steigen.

BP errichtet derzeit eine bedeutende Gas-Versorgungskette nach Europa, einschließlich des „Südlichen Gaskorridors“, der Erdgas vom kaspischen Meer auf den europäischen Markt bringen soll. Außerdem liefert BP Gas nach China und Indien, zwei der Länder, auf die zwischen 2013 und 2035 voraussichtlich mehr als die Hälfte des Anstiegs der weltweiten Energienachfrage entfallen wird. Weitere Gasförderprojekte liegen in Indonesien, Oman sowie Trinidad und Tobago. BP arbeitet außerdem daran, Emissionen bei der Gasförderung zu reduzieren. Zu diesem Zweck gibt es Programme, die den Austritt von Methan verhindern sowie das Abfackeln von Gasen reduzieren sollen.

3. Bereitstellung von Energie aus erneuerbaren Quellen

BP investiert in erneuerbare Energien, mit denen das Unternehmen wirtschaftlich tragfähige Geschäftsmodelle aufbauen kann. Derzeit investiert BP in brasilianische Biokraftstoffe, wo es die Kapazität der größten Zuckerrohr-Ethanol-Anlage 2014 verdoppeln konnte. Die Treibhausgasemissionen von Ethanol aus Zuckerrohr sind verglichen mit herkömmlichen Transportkraftstoffen über den gesamten Lebenszyklus gerechnet um 70 Prozent geringer. Außerdem hält BP Beteiligungen an 16 Windparks, welche eine Gesamtkapazität von 2.600 Megawatt Strom aufweisen.

4. Energieeffizienz verbessern

BP verlangt bei allen Projekten, den Energieverbrauch in die Business Pläne zu integrieren sowie Technologien und Systeme zu prüfen und einzusetzen, die die Energienutzung verbessern können. Als Beispiel: Die neue „Zhuhai 3“, ein petrochemisches Joint Venture in China, ist die erste Anlage, die die neuste Technologie von BP für die Produktion von PTA nutzt. Der Stoff wird zur Herstellung von Kleidung, Farbe, Plastikflaschen und anderen Gegenständen verwendet. Verglichen mit konventioneller Technik ist „Zhuhai 3“ höchst energieeffizient und produziert 65 Prozent geringere Treibhausgasemissionen.

BP bietet immer mehr energieeffiziente und leistungsstarke Produkte für seine Kunden. Das Unternehmen arbeitet mit Fahrzeug- und Geräteherstellern zusammen, um eine effizientere Nutzung von Kraftstoffen und Motorölen zu erreichen.

5. Forschung und Partnerschaften unterstützen

Zusätzlich zur Teilnahme an der regulatorischen Debatte und den Investitionen in klimafreundlichere Energien unterstützt BP die Erforschung des Klimawandels und beteiligt sich an gemeinsamen Initiativen zum Thema.

Ein Beispiel ist die sogenannte Carbon Mitigation Initaitve (CMI) an der Princeton University in den USA. BPs „Energy Sustainability Challenge“-Programm hat 15 Universitäten zusammengebracht, um mögliche Auswirkungen von Ressourcenknappheit auf Muster in der Energieversorgung und -nachfrage zu analysieren. Außerdem arbeitet BP gemeinsam mit dem Imperial College London und Princeton an spezialisierten Modellen, die die möglichen Auswirkungen des Klimawandels untersuchen. BP gehört einer Reihe von Partnerschaften innerhalb der Industrie an, u. a. der „Öl & Gas Klimainitiative“, deren Unternehmen zusammen für ca. 20 Prozent der weltweiten Öl- und Gas-Produktion verantwortlich sind. Der Fokus liegt hier auf praktischen Maßnahmen, dem Austausch von Best Practice-Modellen und der allgemeinen Zusammenarbeit.

Fürsprecherrolle weiter verfolgen

“Wenn die Regierungen einen Preis für CO2-Emissionen festlegen, wird das abschreckend auf Lösungen mit hohen Emissionen wirken und die effizientesten Verfahren fördern, um Emissionen umfassend zu reduzieren“
heißt es in einem Brief der CEOs von sechs Öl- und Gas-Branchengrößen, den auch BP Chef Bob Dudley unterzeichnet hat.
BP unterstützt seit langem die Bemühungen, einen Preis für den Ausstoß von CO₂-Emissionen festzulegen und wird auch in diesem Jahr seine Fürsprecherrolle weiter fortsetzen. Im Juni wandten sich Bob Dudley und fünf andere CEOs von Öl- und Gasunternehmen schriftlich an die „Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC)“ und forderten die Bepreisung von CO₂: 

„Wenn die Regierungen einen Preis für CO₂-Emissionen festlegen, wird das abschreckend auf Lösungen mit hohen Emissionen wirken und die effizientesten Verfahren fördern, um Emissionen umfassend zu reduzieren“ Zu diesen Maßnahmen gehören eine Verminderung der Nachfrage nach CO₂-intensiven fossilen Energieträgern, die Verbesserung der Energieeffizienz und die Nutzung von Erdgas statt Kohle. Weitere Ansätze sind Investitionen in Carbon Capture and Storage (CCS)-Technologien, erneuerbare Energien, intelligente Gebäude und Stromnetze, netzferner Zugang zu Energie, emissionsärmere Fahrzeuge sowie neue Geschäftsmodelle im Mobilitätsbereich sowie ein verändertes Mobilitätsverhalten.