Entwicklung Öl

Preisentwicklung

  • Der Preis für Dated Brent lag 2015 durchschnittlich bei 52,39 US-Dollar pro Barrel, im Vergleich zu 2014 ein Rückgang um 46,56 US-Dollar pro Barrel; der jährliche Durchschnittspreis lag damit auf dem niedrigsten Wert seit 2004.
  • Der Rohölpreis erhöhte sich Anfang 2015 dank einer Erholung des weltweiten Ölverbrauchs und rückläufiger Förderung im Monatsvergleich in den USA. Ein starker Anstieg der OPEC-Förderung, insbesondere im Iran und in Saudi-Arabien, führte im Jahresverlauf dann allerdings zu einem erheblichen Preisverfall.
  • Die durchschnittliche Preisdifferenz zwischen WTI und Brent verringerte sich im dritten Jahr in Folge und betrug 3,68 US-Dollar pro Barrel.

Verbrauch und Förderung

  • Der weltweite Ölverbrauch stieg um 1,9 Mio. Barrel pro Tag (bpd) bzw. um
    1,9 Prozent - der Anstieg lag damit fast doppelt so hoch wie der letzte historische Durchschnitt (+1%) und zeigte sich signifikant stärker als die Erhöhung um 1,1Mio. bpd im Jahr 2014.
  • Die relative Stärke des Verbrauchs entfiel auf die OECD-Staaten, in denen sich die Nachfrage um 510.000 bpd (+1.1%) erhöhte, verglichen mit einem durchschnittlichen Rückgang in Höhe von 1,1% in den vergangenen zehn Jahren.
  • Die Wachstumsrate lag erheblich über den historischen Mittelwerten der letzten Jahre in den USA (+1.6%, bzw. 290.000 bpd) und in Europa (+1.5%, bzw. 200.000 bpd); Japan hingegen (-3.9%, bzw. -160.000 bpd) erlebte den größten Rückgang im Ölverbrauch.
  • Außerhalb der OECD-Staaten gab es bei den Netto-Importeuren ebenfalls erhebliche Steigerungswerte: China (+6.3%, bzw. 770.000 bpd) verzeichnete hier auf der Nachfrageseite erneut den größten Anstieg, während Indien (+8.1%, bzw. 310.000 bpd) Japan als das Land mit dem weltweit drittgrößten Ölverbrauch ablöste. Diese Anstiegswerte wurden jedoch durch gesunkene Wachstumswerte auf Seiten der Ölförderländer aufgefangen, somit lag der Nachfrageanstieg in den Nicht-OECD-Ländern insgesamt (+2.6%, bzw. 1,4 Mio. bpd) unter dem Durchschnitt in der jüngeren Vergangenheit.
  • Im zweiten Jahr in Folge stieg die weltweite Ölförderung sogar noch schneller als die Nachfrage, und zwar um 2,8 Mio. bpd, bzw. um 3,2 Prozent; dies war der stärkste Anstieg seit 2004.
  • Die Förderung im Irak (+750.000 bpd) und in Saudi Arabien (+510.000) ist auf Rekordwerte gestiegen und haben die OPEC-Förderung insgesamt um 1,6 Mio. bpd auf 38,2 Mio. bpd angehoben; damit wurde die Rekordmarke aus dem Jahr 2012 übertroffen.
  • Die Förderung außerhalb der OPEC verlangsamte sich zwar im Vergleich zu den Rekorden im vergangenen Jahr, wuchs aber immer noch um 1,3 Mio. bpd. Die USA (+1 Mio. bpd) erzielten dabei den weltweit größten Jahresanstieg und blieben damit das Land mit der weltweit größten Ölförderung. Der Anstieg der Förderung in Brasilien (+180.000 bpd), Russland (+140.000 bpd), Großbritannien und Canada (jeweils +110.000 bpd) wurde teilweise aufgezehrt durch rückläufige Werte in Mexiko (-200.000 bpd), Yemen (-100.000 bpd) und andernorts. 

Raffinerie- und Handelsaktivitäten

  • Der weltweite Raffineriedurchsatz hat sich 2015 um 1,8 Mio. bpd (+2,3%) erhöht – damit wurde der Zehnjahresmittelwert trotz Rückgängen in Süd- und Zentralamerika, Afrika und Russland mehr als verdreifacht.
  • Dank guter Raffineriemargen ist der Raffineriedurchsatz in den OECD-Ländern um 1 Mio. bpd gestiegen; Europa  (+740.000 bpd) verzeichnete hier den höchsten Anstieg seit 1986.
  • Die globale Raffineriekapazität erhöhte sich nur um 450.000 bpd, dem geringsten Anstieg seit 23 Jahren. Verzögerungen bei Expansionsprojekten in China, gekoppelt mit Stilllegungen in Taiwan und Australien haben die Raffineriekapazität in Asien erstmals seit 1988 zurückgehen lassen.
  • Die globale Raffinerieauslastung stieg um 1 Prozent auf 82,1 Prozent und damit am schnellsten in den zurückliegenden fünf Jahren.
  • Der weltweite Handel mit Erdöl und Mineralölprodukten stieg im Jahr 2015 um 3 Mio. bpd (+5.2%), die umfangreichste Erhöhung seit 1993.
  • Die Handelsaktivitäten mit Rohöl erhöhten sich dank steigender Exporte aus dem Mittleren Osten (+550,000 bpd), dem gegenüber erzielten Europa (+770.000 bpd) und China +530.000 bpd) die größten Zuwächse bei den Importen.
  • Der Anstieg beim Export von Raffinerieprodukten wurde durch die USA (+470,000 bpd) angeführt; der Netto-Ölimport der USA fiel hingegen auf 4,8 Mio. bpd und damit auf den niedrigsten Wert seit 1985.