EU Factsheet

Der Energiemarkt in der EU im Jahr 2016

Im Gegensatz zum langjährigen Abwärtstrend ist der Primärenergieverbrauch der EU im zweiten Jahr in Folge gestiegen (+0,7 Prozent), da die Nachfrage angesichts gesunkener Öl- und Gaspreise anstieg.

Das Wichtigste in Kürze:

  1. Erneuerbare Energieträger besaßen einen Anteil von 18,5 Prozent an der gesamten Stromerzeugung; knapp über 50 Prozent dieses Wertes wird mit Windenergie erzeugt.
  2. Der Erdgasverbrauch nahm um 29,7 Milliarden Kubikmeter zu und verzeichnete damit die drittgrößte Steigerung (nach 1996 und 2010 ) in unserem Beobachtungszeitraum.
  3. Die Förderung von Erdgas war im fünften Jahr hintereinander rückläufig und ist damit auf den niedrigsten Stand seit den 1970er Jahren gesunken.

+0,7% Anstieg des Energieverbrauchs in der EU

12,4% EU-Anteil am globalen Energieverbrauch

-2,3% Rückgang der EU-Energieerzeugung

5,5% EU-Anteil an der globalen Energieerzeugung

  • Der Erdgasverbrauch in der EU ist 2016 um 7,1 Prozent gestiegen – weit schneller als im Zehnjahresmittelwert von 2,2 Prozent.
  • Der Kohleverbrauch sank um 8,9 Prozent im Jahr 2016, hauptsächlich bedingt durch einen Rückgang um mehr als 50 Prozent in Großbritannien.
  • Erdöl und Erdgas sind nach wie vor die dominanten Energieträger und verbuchten Anteile von 37 bzw. 24 Prozent am Gesamtverbrauch von Primärenergie.
  • Der Einsatz erneuerbarer Energieträger in der Stromerzeugung erhöhte sich 2016 lediglich um 0,5 Prozent, verglichen mit einer durchschnittlichen Steigerung um nahezu 15 Prozent in den vergangenen 10 Jahren – wesentlicher Grund hier war eine im Vergleich zu 2015 niedrigere Kapazitätsauslastung.
  • Kernenergie war um 2,3 Prozent rückläufig, da mehr als ein Drittel der Kernkraftwerke in Frankreich für Sicherheitsüberprüfungen heruntergefahren wurden.
  • Die Energieintensität (der notwendige Energieaufwand, um eine Einheit BIP zu erwirtschaften) ist 2016 um 1,2 Prozent gesunken und lag damit erheblich unter dem Zehnjahresmittelwert von -2,1 Prozent.
  • Die Primärenergiegewinnung in der EU ist im Jahr 2016 um 2,3 Prozent gesunken. Die Förderung von Erdöl und Erdgas verringerte sich um 1,2 bzw. 1,6 Prozent.
  • Der Förderrückgang beim Erdgas hat sich auch 2016 fortgesetzt; die Förderung in den Niederlanden ging um 7,6 Prozent zurück und liegt nun auf dem Niveau des Jahres 1971.
  • Die Kohleförderung sank um 7,9 Prozent, im Wesentlichen dadurch bedingt, dass in Großbritannien mehr als 50 Prozent weniger gefördert wurde.
  • Die Gesamtmenge der Brutto-Erdgasimporte in die EU stieg 2016 um 3,6 Prozent; dabei wuchsen die Importe per Pipeline um 3,8 Prozent und von LNG um 2,4 Prozent. Lieferungen aus Russland hatten einen Anteil von ungefähr 40 Prozent an den gesamten Netto-Importen per Pipeline (2015 lag er noch ca. 50 Prozent). Damit lag der Anteil russischer Importe an den Netto-Pipelineimporten bei mehr als 50 Prozent und machte nahezu ein Drittel aller Gasimporte aus.
  • Der Ausstoß von CO2-Emissionen durch Energienutzung blieb 2016 unverändert, verglichen mit einem durchschnittlichen Rückgang um 2,0 Prozent in den zurückliegenden 10 Jahren.