Ausblick Energiemix Europäische Union

Der BP Energy Outlook prognostiziert, dass erneuerbare Energieträger 2035 einen Anteil von 40 Prozent an der Stromerzeugung in der EU haben.

  1. Der Anteil fossiler Brennstoffe an der Primärenergienachfrage wird bis zum Jahr 2035 voraussichtlich um nahezu 10 Prozent auf 65 Prozent zurückgehen.
  2. Der Anteil der erneuerbaren Energieträger (einschließlich Biokraftstoffe) wird sich bis 2035 wohl verdoppeln. Diese Energieträger werden bis dahin 20 Prozent des Primärenergie-Verbrauchs ausmachen.
  3. Der Rückgang in der Primärenergienachfrage dürfte sich bis 2035 beschleunigen und zwischen 2015 und 2035 in einer Größenordnung von jährlich 0,4 Prozent sinken, nachdem dieser Wert in den zurückliegenden 20 Jahren 0,1 Prozent betragen hat.

Rückgang des Energieverbrauchs in der EU 

Anteil am weltweiten Energieverbrauch im Jahr 2035

Rückgang der Energieerzeugung in der EU 

Anteil an der globalen Energieerzeugung im Jahr 2035

Zentrale Ergebnisse

  • Der Bedarf an Primärenergie wird über den Betrachtungszeitraum um jährlich 0,4 Prozent sinken, dabei werden die Wachstumsraten der erneuerbaren Energien (einschließlich Biokraftstoffe) von +100 Prozent, beim Erdgas von +15 Prozent und der Wasserkraft mit +9 Prozent durch die Rückgänge bei der Kohle (-55 Prozent), beim Öl (-24 Prozent) und der Kernenergie (-29 Prozent) überlagert werden.
  • Die Zusammensetzung des Energiemix wird sich angesichts des zunehmenden Einsatzes erneuerbarer Energieträger weiter ändern. Öl wird im Jahr 2035 nur noch einen Anteil von 30 Prozent am Energiemix besitzen, verglichen mit aktuell 36 Prozent, bleibt jedoch der dominante Energieträger.
  • Der Erdgasverbrauch wird jährlich um 0,7 Prozent steigen, fast doppelt so schnell wie im historischen Durchschnitt von 0,4 Prozent.
  • Über den Betrachtungszeitraum weist allein die Stromerzeugung Wachstumsraten auf. Die Baubranche verzeichnet zwischen 2015 und 2035 mit 0,3 Prozent pro Jahr den langsamsten Rückgang.
  • Die für Stromerzeugung aufgewandte Energie weist bis 2035 eine Steigerungsrate von jährlich 0,1 Prozent auf. Es steht zu erwarten, dass erneuerbare Energien um das Jahr 2019 Kohle als wichtigsten Energieträger bei der Stromerzeugung ablösen, gefolgt von die Kernenergie und Erdgas.
  • Abgesehen von den erneuerbaren Energieträgern und der Wasserkraft werden sämtliche Energieträger über die Laufzeit des Outlook bei ihren Anteilen an der Energieerzeugung einen Rückgang verzeichnen. Bei der Kohle wird er 61 Prozent betragen, bei Erdgas und Öl 52 bzw. 41 Prozent und der Anteil der Kernenergie wird um 29 Prozent sinken.
  • Unter den erneuerbaren Energieträgern ist die Windkraft mit einer Erhöhung von +141 Prozent die am schnellsten wachsende Energiequelle, bis 2035 wird sie 56 Prozent der Versorgung aus erneuerbaren Energieträgern (einschließlich Biokraftstoffe) ausmachen, verglichen mit einem Anteil von derzeit 47 Prozent.
  • Im Jahr 2035 wird die Energieerzeugung mit Windkraft (169 Mtoe – 169 Megatonnen Öläquivalent) umfangreicher sein als die gesamte Erzeugung mit flüssigen Energieträgern, Kohle und Erdgas (168 Mtoe – 168 Megatonnen Öläquivalent)
  • Russland bleibt der der wichtigste Lieferant von Erdgas für die EU; das Land wird seinen Marktanteil an den Gasimporten der EU von aktuell 33 Prozent bis 2035 auf 40 Prozent steigern.
  • Die Energieintensität (d.h. der Energieverbrauch pro Einheit des Bruttoinlandsprodukts - BIP) in der EU wird in den kommenden 20 Jahren um 32 Prozent zurückgehen und 2035 seinen historischen Tiefststand erreichen.
  • Die EU ist weltweit die einzige Region, in der sowohl die Nachfrage wie auch die Erzeugung von Primärenergie wohl über den Untersuchungszeitraum des Outlook rückläufig sein werden.

Zahlenwerk für die Europäische Union

Die Tabelle fasst die prognostizierten Veränderungen für die EU für das Jahr 2035 zusammen. Diese liefert Daten für die Bereiche Primärenergieverbrauch, Stromerzeugung und Supply.