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Der Energy Outlook untersucht eine Reihe von Fragen und Unwägbarkeiten, die sich durch derzeit stattfindende Veränderungen der Energielandschaft ergeben.

Öl: Die Dynamik von Nachfrage und Angebot ändert sich

Im Zeitraum bis 2035 wird das gesamte Nachfragewachstum auf Schwellenländer entfallen, die Hälfte davon auf China. 

Auf den Verkehrssektor entfallen ca. zwei Drittel des Nachfragewachstums beim Öl bis 2035. In diesem Wert ist die Nachfrageerhöhung nach Öl für Kraftfahrzeuge um ca. vier Millionen Barrel pro Tag bereits berücksichtigt; diese Steigerung beruht auf einer Verdoppelung der weltweiten Fahrzeugflotte. Der Bericht geht davon aus, dass sich die Zahl der Elektrofahrzeuge von 1,2 Millionen im Jahr 2015 bis auf nahezu 100 Millionen bis 2035 (dies entspricht einem Anteil von ungefähr 5 Prozent an der globalen Fahrzeugflotte) erhöhen wird. Der Energy Outlook entwirft zwei beispielhafte Szenarien, um die Auswirkungen einer weitreichenderen Revolution im Bereich Mobilität auf den Kraftfahrzeugmarkt zu berücksichtigen, u.a. hinsichtlich der Aspekte selbstfahrende Fahrzeuge, Car Sharing und Fahrgemeinschaften. 

Die sich verlangsamende Nachfrageerhöhung beim Öl steht in einem deutlichen Gegensatz zum weltweiten Überangebot an Öl. Der Energy Outlook spekuliert, dass dieses Überangebot kostengünstige Förderländer wie die OPEC-Staaten im Mittleren Osten, Russland und die USA dazu bewegen könnte, ihre Wettbewerbsvorteile auszunutzen, um ihre jeweiligen Marktanteile auf Kosten teurerer Förderländer zu erhöhen.

Erdgas: Ein globaler Markt zeichnet sich ab

Erdgas übernimmt weiterhin Marktanteile von der Kohle. Diese Entwicklung wird unterstützt durch energiepolitische Entscheidungen und Maßnahmen, industrielle Nutzer wie auch Stromerzeuger dazu anzuregen, vermehrt auf Gas zu setzen. Das Wachstum entfällt im Wesentlichen auf China, den Mittleren Osten und die USA.

In China übertrifft der wachsende Gasverbrauch die einheimische Förderung, sodass im Jahr 2035 nahezu 40 Prozent des Verbrauchs über Importe abgedeckt werden; 2015 lag dieser Wert bei 30 Prozent. In Europa wird der Importanteil von ca. 50 Prozent im Jahr 2015 auf mehr als 80 Prozent steigen bis 2035. 

Der Outlook geht davon aus, dass sich der Umfang von LNG Lieferungen rapide erhöhen und bis zum Jahr 2035 mehr als die Hälfte der gehandelten Gasmenge ausmachen wird. Dieses Wachstum ist getrieben von Lieferungen aus den USA, Australien und Afrika. Ungefähr zwei Drittel dieser Wachstumsrate wird in den nächsten vier Jahren auf den Markt kommen, da eine Vielzahl von Projekten, die sich derzeit noch in der Entwicklungsphase befinden, bis dahin die Förderung aufnehmen werden.

CO₂-Emissionen: weiteres energiepolitisches Handeln notwendig

Die CO₂-Emissionen werden sich um weniger als ein Drittel der in den vergangenen 20 Jahren verzeichneten Steigerungsraten erhöhen; im Schnitt um jährlich 0,6 Prozent, verglichen mit ehemals 2,1 Prozent pro Jahr. Hier spiegeln sich Verbesserungen der Energieeffizienz und die Veränderungen beim Energiemix wider. 

Sollte dieser Wert erzielt werden, wäre es die niedrigste Steigerungsrate innerhalb eines Zeitraumes von 20 Jahren seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1965. Das Base-Case Szenario des Berichtes prognostiziert, dass durch Energieeinsatz bedingte Emissionen aber über den gesamten Untersuchungszeitraum dennoch um 13 Prozent steigen. Dieser Wert übersteigt bei weitem das vom IEA errechnete 450 Szenario, welches davon ausgeht, dass die CO₂-Emissionen bis 2035 um 30 Prozent sinken müssen, um eine gute Chance zu haben, die in Paris festgelegten Zielvorgaben erreichen zu können. Der Outlook entwickelt zwei alternative Auslegungen, um die potentiellen Auswirkungen einer schnelleren Umstellung auf emissionsärmere Energienutzung zu untersuchen.