FAQ

Erdöl ist ein wichtiger und sehr vielfältig eingesetzter Rohstoff. Doch warum spielt Erdöl eine so bedeutende Rolle und wie viele Erdölreserven gibt es noch? Die Antworten auf diese und einige andere Fragen finden Sie auf dieser Seite.

Brauchen wir in Deutschland eigentlich Raffinerien?

Will Deutschland weiter Industrieland bleiben, sind Raffinerien für uns unentbehrlich. Sie stellen aus dem Rohstoff Erdöl höherwertige Produkte wie z.B. Benzin, Heizöl, Kerosin, Schmierstoffe und Bitumen her. Ohne Raffinerien wären wir nicht nur bei der Einfuhr von Öl, sondern auch bei der Einfuhr von Kraftstoffen von anderen Ländern komplett abhängig. Sie sichern unsere Mobilität und versorgen die chemische Industrie mit wichtigen Grundstoffen. Zudem: Raffinerien sichern direkt und indirekt Arbeitsplätze, sorgen für Steuereinnahmen und unterstützen die Exportkraft der deutschen Industrie.

Wie viele Erdölreserven gibt es noch?

Erdöl wird nicht knapp, denn seit Jahren steigen die weltweiten Ölreserven jährlich immer weiter an. Durch technischen Fortschritt sowie bessere und günstigere Abbaumethoden können heute Quellen in zuvor unzugänglichen Gebieten erschlossen und bestehende Ölfelder besser ausgeschöpft werden. Gemäß dem BP Statistical Review stieg die Menge der weltweit nachgewiesenen Reserven zum Ende des Jahres 2014 auf 1700 Mrd. Barrel. Dies reicht aus, um die globale Förderung auf dem derzeitigen Niveau rund 53 Jahre weiterzuführen. Wir finden also immer noch mehr Öl, als wir fördern - und das seit Jahrzehnten.

Tanken die Autos in 20 Jahren noch Kraftstoffe oder nur noch Strom?

Kraftstoffe werden auch in 20 Jahren noch zentrale Bedeutung für unsere Mobilität haben. Benzin- und Dieselfahrzeuge sind derzeit nicht nur günstiger, sondern bieten Autofahrern auch die größte Reichweite. Diese Vorteile werden geschätzt: Rund drei Viertel derer, die zeitnah einen Autokauf planen, möchten laut einer Aral Studie wieder einen Benziner oder Diesel. Reine Elektroautos sind wenig gefragt.

Vielversprechend ist die Kombination des Verbrennungsmotors mit Hybridtechnologien und alternativen Kraftstoffen, wie Autogas oder Biokraftstoffen. Auf diese Weise werden alle Ziele erreicht: Mobilität und Transport sind effizient, bezahlbar und verursachen weniger CO2-Emissionen.

Warum spielt Erdöl in unserem Alltag eine so wichtige Rolle?

Öl ist für unseren modernen Alltag unentbehrlich. Es ist zum einen der wichtigste Energieträger weltweit und deckt rund ein Drittel des globalen Energiebedarfs. Zum anderen sichert Öl unsere tägliche Mobilität. Nicht nur als Kraftstoff im Auto, Flugzeug oder Schiff. Ohne Schmierstoffe würde auch kein Fahrrad fahren, kein Zug rollen und sich auch kein Windrad drehen. Nicht zuletzt steckt Öl als chemischer Grundstoff in vielen Dingen, die wir täglich nutzen: zum Beispiel in Smartphones, Büchern, Zahnbürsten, Kosmetika und Medikamenten. 

In welchem Bereich wird anteilsmäßig am meisten Erdöl eingesetzt?

Rohöl ist der wichtigste Rohstoff der modernen Industriegesellschaften. Überwiegend wird Erdöl im Sektor Transport/Verkehr als Kraftstoff für Otto- und Dieselmotoren sowie für Gasturbinen in Flugzeugtriebwerken und Schmierstoff eingesetzt. Als flüssiger Brennstoff für Heizkessel und andere Feuerungen erzeugt Erdöl Wärme und Elektrizität. Darüber hinaus wird Erdöl vielfach als Grundstoff in der chemischen Industrie zur Herstellung von Kunststoffen und Chemieprodukten wie Arzneimitteln, Dünger, Baustoffen oder Farben verwendet. Auch in Deutschland ist Rohöl mit einem Anteil von 35 Prozent der wichtigste Energieträger.

Kann man Erdöl in der Kunststoffproduktion nicht ersetzen?

Plastik aus nachwachsenden Rohstoffen statt aus Erdöl gibt es heute bereits - wie Joghurtbecher aus Maisstärke oder Kunststoff-Flaschen aus Zuckerrohr. Und auch das aus der Papierherstellung übrig gebliebene Lignin ersetzt als sogenanntes Flüssigholz den Kunststoff bei Schuhabsätzen und Kleiderbügeln. Aber auf vielen Gebieten sind herkömmliche Kunststoffe aus Mineralöl noch unersetzlich, denn Kinderspielzeug beispielsweise muss absolut bruchsicher sein. Alternativen für Kunststoffe aus Erdöl sind noch nicht komplett entwickelt, meist nicht in der benötigten Menge vorhanden oder noch zu teuer.