Straßenbaubitumen

Hier erfahren Sie mehr zu unseren Straßenbaubitumen und deren Anwendungsbereichen.

Straßenbaubitumen nach DIN EN 12591 und TL Bitumen-StB 07 sind aus dem Destillationsprozess gewonnene Rückstände ausgesuchter Rohöle, die - im heißen Verarbeitungszustand formbar und im erkalteten Zustand steif und widerstandsfähig - als thermoplastische Bindemittel im Straßenbau eingesetzt werden.

Straßenbaubitumen werden nach den Anforderungen der harmonisierten DIN EN 12591 spezifiziert. Dort sind alle in Europa üblichen Produkte durch vergleichende Eigenschaften (z.B. Anforderungen an Erweichungspunkt Ring und Kugel und Nadelpenetration) beschrieben und voneinander unterschieden (s. Abbildungen).
Abbildung: Erweichungspunkt Ring und Kugel
Abbildung: Nadelpenetration
Die europäische Normung erlaubt den Mitgliedsstaaten (und auch den assoziierten Mitgliedern) die Übersetzung der DIN EN in ein „Nationales Anwendungsdokument (NAD)“. Ein NAD kann eine regionale, ggf. in der Anzahl beschränkte Auswahl beinhalten, die aber auch bezüglich der dort formulierten Anforderungen nicht denen der letztlich maßgebenden DIN EN 12591 widersprechen darf. Für Deutschland gelten „Technische Lieferbedingungen für Straßenbaubitumen und gebrauchsfertige Polymermodifizierte Bitumen (TL Bitumen-StB 07)“ als NAD. 

BP Bitumen wird durch Produktdatenblätter spezifiziert. Die durch BP angebotenen Produktdatenblätter stellen die vertragswirksame Auswahl der nach TL Bitumen-StB 07 maßgeblichen Anforderungen an Straßenbaubitumen dar und stimmen daher mit den Anforderungen an Straßenbaubitumen nach DIN EN 12591 überein. 
Alle der in der TL Bitumen-StB 07 beschriebenen Straßenbaubitumen unterschiedlicher Härtegrade werden von BP Bitumen angeboten.
Das Portfolio enthält demnach*:
  • BP Bitumen 20/30
  • BP Bitumen 30/45
  • BP Bitumen 50/70
  • BP Bitumen 70/100
  • BP Bitumen 160/220
Zusätzlich zu den in den StB 07 beschriebenen Straßenbaubitumen bieten wir für West-Europa auch ein BP Bitumen 40/60 nach DIN EN 12591 an.
Alle Produktdaten finden Sie hier.

*Das Produktangebot unterscheidet sich je nach Lieferstelle.

Anwendungsbereiche von Straßenbaubitumen

Der Einsatz von Straßenbaubitumen in Asphalt wird in Deutschland vertragswirksam durch technisches Regelwerk gesteuert. Die „Technischen Lieferbedingungen für Asphaltmischgut für den Bau von Verkehrsflächenbefestigungen (TL Asphalt-StB 07)“ bestimmen dabei die Zusammensetzung des Baustoffs Asphalt. „Die Zusätzlichen Technischen Lieferbedingungen und Richtlinien für den Bau von Verkehrsflächenbefestigungen aus Asphalt (ZTV Asphalt-StB 07)“ regeln den Prozess von der Konzipierung bis zur Abrechnung des eingebauten Asphaltes.

Daraus ergeben sich:
  1. Hinweise zum Umgang mit Straßenbaubitumen bezüglich Lagerung auf der Asphaltmischanlage (TL Asphalt-StB 07, Tab. 2)
  2. Hinweise zu Temperaturen von Deckschicht-Asphaltmischgut, in Abhängigkeit vom eingesetzten Bindemittel (TL Asphalt-StB 07, Tab. 3)
  3. Empfehlungen zum Einsatz von Straßenbaubitumen, in Abhängigkeit von der Bauklasse und der einzusetzenden Mischgutart (ZTV Asphalt-StB 07, Tab. 2)
In der Praxis kann es zu abweichenden oder ergänzenden Vereinbarungen im Bauvertrag kommen, welche die Standardanforderungen nach TL und ZTV Asphalt-StB 07 zur Tabelle 1 um den „allgemein anerkannten Stand der Technik (a.a.S.d.T.)“ aus der Praxis erweitern. 

Tabelle: Anwendungsbereiche von Straßenbaubitumen

Als „Bindemittel“ hat das Straßenbaubitumen zur Aufgabe, die Gesteinskörnung im Asphalt zum Lastabtrag in darunter liegenden Schichten dauerhaft miteinander zu verkleben. Darüber hinaus kann mit der Verwendung von Bitumen in abgestimmter Rezeptur eine abdichtende und schützende Wirkung für die Schicht selbst oder für darunter liegende Schichten erzielt werden.

Der Einsatz eines Straßenbaubitumens leitet sich im Allgemeinen davon ab, welche Viskosität (Widerstand gegen erzwungene Ortsveränderung) in einer Asphaltschicht (Lage des verdichteten Mischguts nach TL Asphalt-StB 07 meist im Asphaltkonzept nach RStO 01) angestrebt wird. Je härter das Straßenbaubitumen gewählt wird, desto weniger temperaturempfindlich ist es gegenüber Wärme und desto spröder das Kälteverhalten. Die Plastizitätsspanne (Differenz „Erweichungspunkt Ring und Kugel“ und „Brechpunkt nach Fraaß“) steigt dabei mit der Härte des Straßenbaubitumens bei gleichzeitig reduzierter Performance in der Kälte an. 

Letztlich kann die Spezifikation von Bitumen nicht qualitativ in eine Asphaltperformance überführt werden. Unterschiedliche Bitumenperformance gilt es allerdings im „Mehrstoffsystem“ Asphalt für dessen Performance zu berücksichtigen. Der Einfluss des Bindemittels lässt sich hierbei durch eine ohnehin notwendige Erstprüfung  (TL Asphalt-StB 07) determinieren, die für die vorschriftsmäßige CE-Kennzeichnung von Asphalt erforderlich ist. Nur vergleichende Erstprüfungen bilden den Einfluss unterschiedlicher Bitumen auf die Asphaltperformance ab.

Um erhöhte Anforderungen an das thermoplastische Bindemittel zu erzielen, muss eine Weiterverarbeitung erfolgen. Eine mögliche Erweiterung der Performance von Straßenbaubitumen kann durch Polymermodifizierung erfolgen. 
Mehr dazu erfahren Sie hier.