Historie

Die Werke Horst und Scholven in Gelsenkirchen wurden in den 30er-Jahren als Kohlehydrieranlagen gegründet. Heute bilden sie zusammen einen Raffineriestandort, der sowohl Mineralölprodukte als auch Vorprodukte für die petrochemische Industrie herstellt.

1935/1936 bis 1945: Kohlehydrierung

Die Gelsenkirchener Raffinerien Horst und Scholven sind nach den Stadtteilen benannt, in denen sie liegen. 1935 errichtet zunächst die Bergwerksgesellschaft Hibernia (eine Tochtergesellschaft der damaligen VEBA AG – heute E.ON) das erste Werk zur Kohlehydrierung in Scholven. Ein Jahr später wird die Gelsenkirchener Bergwerks-AG – die spätere Gelsenberg Benzin AG – gegründet, um Kraftstoffe für den Zweiten Weltkrieg zu produzieren. In den Jahren 1936 bis 1939 wird das Werk Horst errichtet. Beide Werke werden 1945 durch Bombenangriffe zerstört.

1950 bis 1974: Start von Rohölverarbeitung und Petrochemie

Nach dem Krieg beginnt zunächst in Horst (1950) und dann in Scholven (1952) die Verarbeitung von Rohöl. Kurze Zeit später werden die ersten Konversionsanlagen gebaut, die die Rückstände aus der Rohöldestillation zu hochwertigen Produkten umwandeln können. Anfang der 60er-Jahre folgt der Schritt in die Petrochemie. Bis heute produzieren wir Olefine, Aromaten, Methanol und Ammoniak.

1975 bis 1983: Vereinigung der Werke und Bildung eines Joint Ventures

1975 wird Gelsenberg von der VEBA AG übernommen. Die Werke Horst und Scholven gehören nun zu einem Konzern. Sie werden nach und nach auch produktionstechnisch miteinander verbunden. Anfang 1983 bringt Veba Oel – wie die Mineralöltochter der VEBA inzwischen heißt – die Werke Horst und Scholven in die gemeinsam mit der staatlichen venezolanischen Ölgesellschaft Petróleos de Venezuela S. A. gegründete Ruhr Oel GmbH ein. Beide Partner besitzen einen 50-prozentigen Anteil an diesem Unternehmen. Es ist die weltweit erste Kooperation zwischen einem Erdöl verbrauchenden und einem Erdöl fördernden Land. Die Betriebsführung der Ruhr Oel-Anlagen liegt bei Veba Oel.

1984 bis 1998: Kapazitätserweiterungen und Anlagenneubauten

In den 80er- und 90er-Jahren werden in den Anlagen der Ruhr Oel GmbH in Gelsenkirchen größere Erweiterungs- und Neubaumaßnahmen durchgeführt. In Scholven entstehen ein Hydrocracker und eine weitere Olefinanlage, in Horst wird die Kapazität des Cokers verdoppelt, eine katalytische Crackanlage samt Nebenanlagen in Betrieb genommen und eine neue Kalzinierung gebaut.

1999 bis 2011: Umstrukturierung bei VEBA und Wechsel zum BP-Konzern

Im Zuge einer Dezentralisierung bei Veba Oel wird die Betriebsführung der Ruhr Oel-Anlagen einer selbstständigen Tochtergesellschaft, der Veba Oel Verarbeitungsgesellschaft mbH (VVG) übertragen. Nach Übernahme der Veba Oel durch BP wird die Betriebsführungsgesellschaft 2003 in BP Gelsenkirchen GmbH umbenannt. Im Oktober 2010 verkauft Petróleos de Venezuela S. A. ihren Anteil an der Ruhr Oel an das russische Mineralölunternehmen Rosneft.

BP Gelsenkirchen heute: Umweltfreundliche Innovationen

Seit Ende 2002 produzieren wir nahezu schwefelfreie Kraftstoffe und seit Anfang 2004 Kraftstoffe mit Biokomponenten wie Rapsmethylester. Durch die Herstellung der Hochleistungskraftstoffe Aral Ultimate 102 und Aral Ultimate Diesel sowie durch die Erzeugung von schwefelarmem Heizöl tragen wir zu einer weiteren Verringerung der Schadstoffemissionen im Straßenverkehr bei. Darüber hinaus sorgen wir durch Investitionen in die Produktionsanlagen für eine Senkung der Umweltbelastung. Zum Beispiel haben wir durch den Einbau neuer Öfen in eine Olefinanlage die Emissionen an Staub, Stickoxiden, Kohlendioxid und Kohlenmonoxid deutlich reduziert.

Seit 1. Januar 2017 ist BP alleiniger Eigentümer der Raffinerie Gelsenkirchen.