Betriebsstoffe – die treibenden Kräfte

Öl rein, Benzin und Diesel raus – so einfach sind die Abläufe in einer Raffinerie nicht. Um Kraftstoffe herzustellen, sind viele Betriebsstoffe notwendig.

Stickstoff verdrängt Kohlenwasserstoffe

Stickstoff ist ein wichtiger Betriebsstoff einer Raffinerie. Da Stickstoff in der Luft vorhanden ist, lässt er sich mit einem Luftzerleger gewinnen. Bei diesem technischen Verfahren wird der Stickstoff von anderen Bestandteilen der Luft getrennt.

Benzin und Diesel bestehen aus Kohlenwasserstoffen. Beim Verdunsten von Kohlenwasserstoffen entstehen zum Teil giftige Gase in den Lagertanks. Da diese Tanks regelmäßig inspiziert werden müssen, wird zuvor der Stickstoff eingefüllt, um die verbliebenen Kohlenwasserstoffe zu verdrängen.

Sauerstoff, Anheizer und Grundlage für Wasserstoff

Zurück zur Luftzerlegung. Bei dieser Methode wird neben Stickstoff auch Sauerstoff gewonnen. Auch dieser findet Verwendung als Betriebsstoff. 

Aus dem Sauerstoff wird per chemischen Verfahren ein Gasgemisch hergestellt. Dieses Gasgemisch dient später zum Heizen der Raffinerieöfen und zur Gewinnung von Wasserstoff.

Wasserstoff wandelt Einsatzstoffe zu hochwertigeren Produkten

Wasserstoff ist ebenfalls ein Betriebsstoff. Im Hydrocracker werden mit Wasserstoff die Einsatzstoffe zu hochwertigeren Produkten umgewandelt. 

Der Hydrocracker in der Raffinerie Gelsenkirchen verarbeitet pro Stunde etwa 110.000 Kubikmeter Wasserstoff. Diese Menge füllte den Gasometer in Oberhausen in etwa drei Stunden komplett aus.

Dampf trennt Kohlenwasserstoffgemische

Ein sehr bedeutender Betriebsstoff in der Raffinerie ist Dampf. Er wird entweder durch Erhitzen von Wasser in Dampfkesseln selbst erzeugt oder über Dampfleitungen importiert, etwa von Kraftwerken.

In Trennkolonnen wird das Kohlenwasserstoffgemisch mit Dampf so weit erhitzt, dass ein bestimmter Bestandteil gasförmig wird und dadurch vom Rest getrennt werden kann.