Die Oktanzahlmaschine

Der Verbrennungsmotor ist nach wie vor dominierende Antriebsart im Straßenverkehr. Die stetige Weiterentwicklung dieser Technologie führt zu immer höheren Anforderungen an einen modernen Kraftstoff. Er muss leistungsfähiger und umweltschonender werden. Bei Benzin zeigt sich diese Entwicklung in einer immer höheren Oktananzahl.

Die Oktanzahl und die Destillationsanlage

Die Oktanzahl beschreibt das Maß für die sogenannte Klopffestigkeit. Je höher die Klopffestigkeit von Benzin, umso besser verbrennt es im Motorraum. 

Die Produktion von Benzin beginnt in der Raffinerie in der Destillationsanlage. In dieser ersten Produktionsstufe entsteht Rohbenzin. Es besitzt eine Oktanzahl im Bereich zwischen 40 und 70.

Der Reformer – die Oktanzahlmaschine

Benzinsorten wie Super und Super Plus benötigen aber über 95 beziehungsweise 98 Oktan. Das Hochschrauben der Oktanzahl erfolgt in der Raffinerie im sogenannten Reformer. Hier wird das Rohbenzin veredelt. Das entstehende Produkt heißt Reformat. Deswegen bezeichnen die Raffinerie-Mitarbeiter den Reformer umgangssprachlich auch als Oktanzahlmaschine.

Die Oktanzahlmaschine in Aktion

Doch was passiert genau im Reformer, um die Oktanzahl zu erhöhen? 

Das Rohbenzin wird zunächst erhitzt und anschließend unter Druck in mehrere hintereinander geschaltete Reaktoren geleitet. Das sind rund 13 Meter hohe und drei Meter breite sowie von außen isolierte Stahlbehälter, gefüllt mit etwa 30 Kubikmetern stecknadelförmigen Katalysator-Teilchen.

Durch die Reaktion mit den Katalysatoren verlieren die niedrig-oktanigen Benzinmoleküle einige Wasserstoffatome und das Benzin oder Reformat wird hochoktanig.

Variation in der Produktausbeute

Da das Reformat aus unterschiedlichen Inhaltsstoffen besteht, lassen sich daraus auch verschiedene Produkte herstellen. Grundsätzlich entstehen dann nicht nur Benzin, sondern auch petrochemische Produkte oder Flüssiggase wie Butan und Propan, also Gase, die im Alltag in Feuerzeugen, Campinggasflaschen oder in gasbetriebenen Autos verwendet werden.	 

Raffinerien verfügen daher meist über mehrere Reformer, um die verschiedenen Produkte herstellen zu können. Um andere Produkte außer Benzin herzustellen, muss das Reformat in der Reformattrennung in seine Einzelbestandteile aufgetrennt werden. 

Wenn allerdings nur Benzin gewünscht ist, fließt das Reformat ohne Trennung ins Benzin-Tanklager der Raffinerie und wird dort mit anderen Komponenten zu verkaufsfertigem Benzin zusammengemischt.