1964 - Erste automatisierte Autowäsche in Deutschland

Bis in die frühen 70er Jahre haben die Deutschen ihr geliebtes Auto in der Regel per Hand gewaschen. Auto waschen gehörte für viele Fahrzeugbesitzer zum Samstag dazu und prägte das Bild vieler Wohngebiete zum Wochenendbeginn.

Aus Umweltschutzgründen verboten zahlreiche Bundesländer allerdings dieses lieb gewonnene Ritual. Auf diese neue Entwicklung reagierten die Tankstellengesellschaften und erweiterten ihr Wagenpflegeangebot um so genannte Bandwaschanlagen.

In den USA gab es solche Waschanlagen bereits seit den 40er Jahren, doch ohne jegliche Resonanz in Deutschland. Dies lag zum einen an der noch wenig ausgereiften Technik – Autos wurden einfach nicht so sauber wie per Handwäsche – zum anderen schreckten die hohen Investitionskosten die Tankstellengesellschaften in Deutschland ab.

Im Frühjahr 1964 war es dann aber soweit. BP eröffnete an der Tankstelle Friedrich-Ebert-Damm in Hamburg die erste vollautomatische Autowaschanlage Deutschlands. Betrieben wurde die Anlage von der Arena Autoservice GmbH, einer Tochter des Otto-Versandhandels, der sich ein neues Geschäftsfeld versprach und dafür BP als Exklusivpartner auswählte. Die Anlage mit dem vielversprechenden Namen California schaffte 80 Fahrzeuge pro Stunde und verfügte mit einem Kettenförderer sowie mit Bürsten-, Sprüh- und Trockeneinrichtungen bereits über alle bis heute typischen Teile einer Waschstraße. Nachgearbeitet wurde weiterhin per Hand. 

Bis 1966 wurden 15 weitere solcher Anlagen errichtet. Allerdings verlief der Start der automatischen Fahrzeugwäsche in Deutschland zunächst schleppend, wohl auch aufgrund des hohen Preises von vier bis fünf D-Mark. Diese Summe entsprach zur damaligen Zeit dem Bruttostundenlohn eines Arbeiters.