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Was ist Bitumen?

Bitumenanlage der Bayernoil Raffinerie GmbH
Bitumen ist das älteste bekannte Mineralölpro- dukt. In der Natur ist es ein Bestandteil von Asphalten und Asphalt- gesteinen, die sich in langen geologischen Zeiträumen durch Ver- dunsten der leichter siedenden Anteile des Erd- öls gebildet haben. Aufgrund seiner biologi- schen Herkunft besteht Bitumen hauptsächlich aus Kohlenstoff und Wasserstoff. Nur aus speziellen Rohölen lassen sich auch Bitumen gewinnen.
Spezielle Rohöle werden für die Bitumengewinnung angelandet
Heute wird Bitumen in einigen Raffine- rien, sofern deren technische Ausstat- tung dies zulässt und eine entspre- chende Verfügbarkeit bitumenfähiger Erdöle gegeben ist, saisonabhängig hergestellt. Die vielfach aufgestellte Behauptung, dass Bitumen sowieso bei der Mineralölverarbeitung zwangsläufig als Rückstand anfallen würde, ist nicht haltbar. Dagegen spricht die Verwen- dung von leichten Rohölen und der Ein- satz von modernen Konversionsanlagen in einer zunehmenden Anzahl von Raffinerien. Für die Herstellung von Bitumen kommen vorwiegend nur Rohöle aus dem Mittleren Osten, Venezuela und Russland zum Einsatz.

Bitumen ist ein, aus geeigneten Rohölen gewonnenes, schwer flüchtiges, dunkelfarbiges Vielstoffgemisch organischer Substanzen, dessen elasto- viskoses Verhalten sich mit der Temperatur ändert.

Bitumen sind Gemische von höchst- und nichtsiedenden Erdölkomponenten. Sie werden bei der Herstellung nicht verändert. D.h. Bitumen sind im Erdöl schon "fertig" vorgebildet enthalten. Durch den Zusatz von weiteren Kompo- nenten lassen sich die physikalischen Eigenschaften gezielt verändern (modifizieren). Bitumen sind ebenso wie Erdöle Naturprodukte. Sie werden im Herstellungsprozess nur von den destillierbaren Anteilen des Erdöles getrennt.
Zusammensetzung von Bitumen
Bitumen sind kolloidial aufgebaute Bindemittelsysteme. Zu den Kolloidteilchen zählen die Asphaltene, Maltene und Asphaltharze. Die Dispersionsphase besteht aus hochsiedenen Ölen mit einem Molekulargewicht bis ca. 1000.

Erfahrungen haben gezeigt, dass ein ausreichend hoher Asphaltengehalt eine wichtige stabilisierende Funktion im kolloidialen Gesamtsystem ausübt. Darüber hinaus verleihen die Asphaltene dem Bitumen spezielle kohäsive und adhäsive Eigenschaften und sorgen für die erforderliche Standfestigkeit des Asphalts. Aufgrund dieser Erkenntnisse hat BP Bitumen einen ausreichend hohen Asphaltengehalt im Qualitätsmanagementsystem als internes Auswahl- kriterium definiert.
Modell der chemischen Struktur von Bitumen
Struktur von unterschiedlichen Bitumensorten

Verwendung von Bitumen

Bitumen - als Bindemittel für die Asphaltherstellung:

Mehr als 75 % der Bitumenproduktion findet Verwendung in diesem Anwen- dungsbereich. Gerade hier zeigt Bitumen seine besondere Wirtschaftlichkeit. Geeignet für alle Bauklassen (vom Radweg bis zur hochbelasteten Auto- bahn) erfüllen hoch entwickelte Bitumenqualitäten alle Anforderungen an moderne Asphaltbauweisen. Es gelingt heute Asphaltstrassen für jedes Klima und für jede Verkehrsbelastung zu konzipieren.

Zu den besonderen Vorteilen der Asphaltbauweise zählen:
  • Wirtschaftliche Herstellbarkeit
  • Fugenlose, ebene und aufgehellte Fahrbahnen
  • Ökologische Unbedenklichkeit
Weitere Verwendung finden Bitumen in der Dach- und Dichtungsbahn- industrie. Bautenschutzmittel, Farben, Lacke, Dämmstoffe, ja sogar bei der Herstellung von speziellen feuchtigkeitsbeständigen Papieren stellt Bitumen einen wertvollen Werkstoff dar.

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