Herausforderung Klimawandel: Sechs Schritte in eine CO₂-ärmere Zukunft

BP hat sechs Maßnahmenfelder identifiziert, mit denen das Unternehmen die Herausforderungen des Klimawandels als Teil der eigenen Geschäftstätigkeit angeht.

Hinweis: Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um eine Übersetzung des englischen Originals. Rechtlich bindend ist alleine das englische Original.

Auf der Klimakonferenz in Paris (COP21) haben nahezu 200 Länder ein Klimaschutzabkommen unterzeichnet, in dem vereinbart wurde, die Erderwärmung auf weniger als 2°C zu begrenzen. Wie kann ein Energieunternehmen wie BP dieses Ziel unterstützen und gleichzeitig die weltweit steigende Energienachfrage befriedigen? Angefangen bei BPs Forderung nach einer Bepreisung von CO2-Emissionen bis hin zu Investitionen, mit denen BP die Entwicklung innovativer Technologien fördert, hat das Unternehmen sechs Maßnahmenfelder identifiziert:

1. Bepreisung von CO₂-Emissionen

BP unterstützt die Idee einer Bepreisung von CO₂-Emissionen. BP ist allerdings der Ansicht, dass die Bepreisung von CO2 ein effizientes Marktsignal ist – das Produzenten und Verbrauchern ein langfristiges Signal sendet und so zu mehr Planungssicherheit für künftige Investitionen führt. Darüber hinaus stellt ein CO2 Preis einen Anreiz für alle Beteiligten dar, die Energieeffizienz weiter zu verbessern und die Nutzung emissionsärmerer Energieträger (Erdgas, erneuerbare Energien, CO2-ärmere Kraftstoffe, etc) attraktiver zu machen und auf den Markt zu bringen.

BP unterstützt die von der Weltbank 2014 zu diesem Thema veröffentliche Stellungnahme und gehörte im Jahr 2015 zu einer Gruppe von Öl- und Gasunternehmen, die sowohl die Vereinten Nationen wie auch Regierungen in aller Welt aufgefordert haben, einen Preis für den Ausstoß von CO₂-Emissionen festzulegen.

Darüber hinaus BP ist an den Emissionshandelsmärkten tätig. 2016 hat das Unternehmen über die selbst finanzierten Projekte zur emissionsärmeren Energienutzung die CO₂-Emissionen um mehr als 20 Millionen Tonnen Kohlenstoffäquivalent verringern können – diese Menge entspricht 40 Prozent der direkt über die Aktivitäten von BP ausgestoßenen Emissionen.

2. Versorgung mit Erdgas

Die Nutzung von Erdgas in der Stromerzeugung generiert nur etwa halb so viel CO₂ wie der Einsatz von Kohle. Am Beispiel der Vereinigten Staaten wird deutlich, wie sehr die Verdrängung der Kohle durch Shale Gas in der Verstromung sich auf den Ausstoß von CO₂ ausgewirkt hat, der mittlerweile wieder auf das Niveau der 1990er Jahre gesunken ist. Außerdem lässt sich Erdgas gut in Zeiten einsetzen, in denen erneuerbare Energieträger nicht verfügbar sind: sei es, weil die Sonne nicht scheint oder kein Wind bläst. 

Derzeit deckt die Förderung von Erdgas ungefähr die Hälfte aller Upstream-Aktivitäten von BP ab. Zusätzlich werden mehrere große Gasprojekte, wie z.B. im Oman, in Ägypten und Trinidad in den kommenden Jahren in Betrieb gehen. Die Erhöhung der Gasförderung ist wichtiger Bestandteil der BP Strategie und wird dabei helfen, den Übergang in eine emissionsärmere Zukunft zu gestalten.

3. Bereitstellung von Energie aus erneuerbaren Quellen

Sei es auf den Zuckerrohrplantagen Brasiliens oder den Weiten der grünen Prärien in den USA – BP erzeugt seit mehr als zehn Jahren Energie aus erneuerbaren Quellen. Auch wenn erneuerbare Energieträger aktuell nur einen Anteil von drei Prozent am weltweiten Energiebedarf ausmachen, ist davon auszugehen, dass dieser sich sehr schnell erhöhen und bis 2035 wahrscheinlich bei zehn Prozent liegen wird.
Der Schwerpunkt der Aktivitäten in diesem Geschäftsfeld liegt auf Biokraftstoffen und Windenergie. Unter den großen Unternehmen der Öl- und Gasbranche verfügt BP über die umfangreichsten, selbst betriebenen Geschäftsaktivitäten mit erneuerbarer Energie. BP  hat u.a. in das Unternehmen Fulcrum Energy investiert, das Biojet-Treibstoff aus Abfall herstellt. Ebenso wird an Lösungen arbeiten, um den Einsatz von Bio-Isobutan marktfähig zu machen.

4. Investitionen in junge Unternehmen (Start-ups) und Innovation

Da der Weg in eine emissionsärmere Zukunft entscheidend von technologischen Entwicklungen geprägt sein wird, investiert BP über den Bereich BP Ventures in Unternehmen, deren Arbeit sich auf die Suche nach kohlenstoffarmen Technologien konzentriert. So entwickelt das Unternehmen Solidia z.B. eine Technologie, mit der sich die CO₂-Bilanz bei der Herstellung von Beton zwischen 30 und 70 Prozent verbessern lässt.
Die CCUS-Technologie (Carbon capture, utilisation and storage) ist in diesem Zusammenhang eine weitere Entwicklung zur Senkung des Emissionsausstoßes, die es möglich macht, Kohlendioxid aufzufangen und zu speichern, damit es nicht in die Atmosphäre gelangt. BP arbeitet eng mit der Oil and Gas Climate Initiative (OGCI) zusammen, um den Einsatz von CCUS zu fördern und zu beschleunigen; die CCUS-Technologie ist ein Schwerpunkt der seitens OGCI getätigten Investitionen in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar.

5. Energieeffizienz verbessern

Laut Schätzungen der Internationalen Energieagentur lässt sich über Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz ungefähr die Hälfte des Emissionsrückgangs erzielen, der erforderlich ist, um unter dem in Paris vereinbarten Schwellenwert von 2°C zu bleiben.

Konkrete Maßnahmen auf sämtlichen Geschäftsfeldern von BP tragen ebenfalls dazu bei, Emissionen zu senken. So konnten wir den Treibstoffverbrauch wie auch den CO₂-Ausstoß in unserem Terminal Sangachal in Aserbaidschan reduzieren, indem wir die Ofentemperaturen dort um 5°C heruntergefahren haben. Im Bereich Downstream setzt BP in der US-Raffinerie in Whiting den bei unseren Betriebstätigkeiten erzeugten Dampf jetzt zur Stromerzeugung ein. Desweiteren verbrauchen die neuen Schiffe in BPs Flotte 25 Prozent weniger Treibstoff und stoßen weniger Stickoxide aus als die alten Schiffe.

6. Kunden dabei unterstützen, Emissionen zu senken

Ungefähr 80 bis 90 Prozent der über die Nutzung von Öl- und Gasprodukten erzeugten CO2-Emissionen entfallen auf Verkehr, Kraftwerke, industrielle Anwendungen und die Versorgung von Gebäuden. Somit ist es von entscheidender Bedeutung, emissionsärmere Produkte und Dienstleistungen anzubieten, um Kunden dabei zu helfen, den mit ihrer Energienutzung verbundenen Emissionsausstoß zu verringern.
Die Schmierstoffmarke Castrol konnte über die Einführung von Produkten mit niedriger Viskosität die Effizienz von Kraftfahrzeugen erhöhen und somit den Ausstoß von fünf Millionen Tonnen CO₂ in den vergangenen zehn Jahren vermeiden. Diese Menge entspricht ungefähr der Wirkung, die sich erzielen ließe, wenn jedes Jahr nahezu 250,000 Fahrzeuge weniger auf Europas Straßen unterwegs wären.
Die von BP entwickelte neue Generation innovativer Kraftstoffe mit Anti-Schmutz-Formel verbessert die Effizienz und Laufruhe von Motoren, indem sie vorhandene Schmutzablagerungen im Motor entfernt und neue Ablagerungen verhindert. 

BP Target Neutral, eine Non-Profit-Initiative von BP zur Neutralisierung von CO₂-Emissionen, hat Kunden in den zurückliegenden zehn Jahren dabei unterstützt, 2,5 Millionen Tonnen Kohlenstoffäquivalent zu neutralisieren. Projekte zur Klimaverbesserung werden über eine unabhängige Jury ausgewählt und reichen von der Walderhaltung in Sambia bis hin zu Stromerzeugung aus Biomasse in China.