Ausblick Energiemix Europäische Union

BP geht davon aus, dass die Energienachfrage in der EU über den Betrachtungszeitraum des Outlook um elf Prozent zurückgehen wird - im Gegensatz zu den vergangenen 20 Jahren, in denen die Nachfrage weitgehend unverändert geblieben ist.

  1. Angesichts des Nachfragerückgangs hat die Europäische Union (EU) im Jahr 2040 einen Anteil von acht Prozent an der weltweiten Energienachfrage; 2016 lag dieser Wert bei zwölf Prozent.
  2. Bis 2040 werden die CO₂-Emissionen auf 50 Prozent des Wertes von 1990 sinken. Im Zeitraum 2016 – 2040 werden sie pro Jahr um 1,9 Prozent sinken.

Rückgang des Energieverbrauchs in der EU

Anteil am weltweiten Energieverbrauch im Jahr 2040 

Rückgang der Energieerzeugung in der EU

Anteil an der globalen Energieerzeugung im Jahr 2040

Zentrale Ergebnisse

  • Der Energieverbrauch ist um elf Prozent rückläufig, während die Energieerzeugung zwischen 2016 und 2040 um fünf Prozent sinkt. Die EU ist die einzige Region, in der sowohl der Verbrauch wie auch die Erzeugung zurückgehen.
  • Der Stromsektor gewinnt zunehmend an Bedeutung und wird 2040 einen Anteil von 50 Prozent am Energieverbrauch besitzen.
  • Die Zusammensetzung des Energiemix wird sich weiter verändern. Der Gesamtanteil von Öl und Erdgas daran wird von 51 Prozent im Jahr 2016 auf 32 Prozent 2040 sinken. Erdgas wird seinen Anteil von 24 auf 27 Prozent erhöhen.
  • Der Nachfragerückgang bei fossilen Energieträgern wird einen größeren Anteil an erneuerbaren Energien aufgefangen - von neun Prozent in 2016 auf 27 Prozent im Jahr 2040. Die Wasserkraft wird ihren Anteil von fünf auf sechs Prozent erhöhen.
  • Das Wachstum bei den erneuerbaren Energieträgern beruht auf Steigerungen bei der Windkraft (4,8 Prozent pro Jahr) und der Solarenergie (4,9 Prozent pro Jahr). 2040 wird die EU 15 Prozent ihrer Energienachfrage über Windkraft decken, während jeweils fünf Prozent über Solarenergie und Biomasse abgedeckt werden. Biokraftstoffe werden einen Nachfrageanteil von weniger als einem Prozent haben.
  • Die Nachfrage aus den verschiedenen Branchen wird sich kaum ändern: Verkehrssektor (-0,8 Prozent), Industrie (-0,7 Prozent), Industrie mit nicht auf Verbrennung basierender Nutzung (-0,9 Prozent); Bau- und Gebäudesektor (-0,1 Prozent). Alle Veränderungen verstehen sich pro Jahr.
  • Bei der Kernenergie beträgt der jährliche Rückgang zwischen 2016 und 2040 1,5 Prozent. Bis 2040 wird sich der EU-Anteil an der globalen Kernenergieerzeugung auf weniger als 15 Prozent halbieren.
  • Die Förderung von Öl und Gas in der EU geht bis 2040 um mehr als 60 Prozent zurück. Im Jahr 2040 wird die EU weniger als eine Million Barrel pro Tag fördern.
  • Die Abhängigkeit von Ölimporten wird von 85 Prozent im Jahr 2016 bis 2040 auf 95 Prozent steigen – beim Erdgas wird sich die Abhängigkeitsrate von 72 auf 89 Prozent erhöhen. Bis 2040 werden die Ölimporte auf sieben Millionen Barrel pro Tag sinken, während sich die Gasimporte auf täglich 37 Milliarden Kubikfuß erhöhen werden.
  • Die Energieintensität (der notwendige Energieaufwand, um eine Einheit BIP zu erwirtschaften) wird im Zeitraum 2016 – 2040 um 34 Prozent zurückgehen.
  • Die CO₂-Emissionen werden weiter sinken - 2040 auf 50 Prozent des Wertes aus dem Jahr 1990. Die EU wird hier den größten Rückgang sämtlicher Regionen erreichen.

Zahlenwerk für die Europäische Union

Die Tabelle fasst die prognostizierten Veränderungen für die EU für das Jahr 2040 zusammen. Diese liefert Daten für die Bereiche Primärenergieverbrauch, Stromerzeugung und Supply.