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Drei Szenarien

Das Rapid-Szenario geht davon aus, dass durch die Einführung regulatorischer Maßnahmen – ausgehend von einem deutlichen Anstieg der CO2-Bepreisung – die aus der Energienutzung resultierenden CO2-Emissionen bis 2050 um etwa 70 Prozent gegenüber dem Stand von 2018 sinken werden. Rapid entspricht im Wesentlichen den Szenarien, die mit einer Begrenzung des Anstiegs der globalen Temperaturen bis zum Jahr 2100 auf deutlich unter 2 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau vereinbar sind.

 

Das Net-Zero-Szenario basiert auf der Annahme, dass die bei Rapid unterstellten Regularien durch weitreichende Veränderungen im Verhalten verstärkt werden. Dazu zählen auch die Präferenzen von Gesellschaft und Verbrauchern – wie beispielsweise die verstärkte Nutzung der Kreislaufwirtschaft und sogenannte Sharing-Vereinbarungen (sharing economies), also Unternehmen, die eine geteilte Nutzung von ganz oder teilweise ungenutzten Ressourcen ermöglichen sowie die Umstellung auf CO2-arme Energieträger. Dadurch erhöht sich die Reduzierung der CO2-Emissionen bis 2050 auf über 95 Prozent. Net Zero entspricht im Großen und Ganzen einer Reihe von Szenarien, die auf eine Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 1,5 Grad Celsius abzielen.

 

Business-as-usual-Szenario (BAU) basiert auf der Annahme, dass sich die Regierungspolitik, die Technologien und die gesellschaftlichen Präferenzen so ähnlich und mit vergleichbarer Geschwindigkeit weiterentwickeln, wie dies in der jüngsten Vergangenheit der Fall war. Laut BAU finden die über Energienutzung generierten CO2-Emissionen Mitte der 2020er Jahre ihren Höhepunkt, gehen anschließend aber nicht wesentlich zurück; dabei wird der Emissionsausstoß im Jahr 2050 weniger als zehn Prozent unter dem Niveau von 2018 liegen.

 

Sowohl das Rapid- als auch das Net-Zero-Szenario gehen von einem signifikanten Anstieg der CO2-Bepreisung aus, die bis 2050 in den Industrieländern einen Wert von 250 US-Dollar pro Tonne CO2 und in den Schwellenländern 175 US-Dollar pro Tonne CO2 erreichen werden. Das BAU-Szenario verwendet einen erheblich niedrigeren Wert; hier beträgt die CO2-Bepreisung bis 2050 in den Industrieländern durchschnittlich nur 65 US-Dollar, während sie für die Schwellenländer mit 35 US-Dollar pro Tonne CO2 angesetzt wird.