Appell des Gelsenkirchener-Stadtrats intensiv und umfassend geprüft: Ruhr Oel nimmt Verantwortung ernst und stärkt Dialog mit Nachbarschaft

Datum: 30 November 2018

Alle Aspekte intensiv geprüft – Kein Zweifel an Rechtmäßigkeit von Produktion und Verbrennung – Alle gesetzlichen Grenzwerte eingehalten oder deutlich unterschritten – Ruhr Oel verstärkt Dialog und Transparenz mit Raffinerienachbarn

Die Ruhr Oel GmbH hat in den vergangen Wochen intensiv eine Aussetzung der Rußpellets-Produktion geprüft. Dazu zählen alle Themen rund um technische Durchführbarkeit, Umwelt, Auswirkungen auf Mitarbeiter und andere Unternehmen entlang der Versorgungskette in Deutschland sowie rechtliche Aspekte. Auf Basis aller Ergebnisse dieser intensiven Prüfung hat das Unternehmen den Entschluss gefasst, dem vom Gelsenkirchener Stadtrat gewünschten Moratorium nicht zu folgen.

„Natürlich haben wir uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, weil wir die entstandene Verunsicherung und Sorge der Bürgerinnen und Bürger Gelsenkirchens rund um die Verbrennung der Rußpellets verstehen können“, sagt Rick Johnson, Direktor Stabsstelle Raffineriemanagement der Ruhr Oel GmbH. Daher liegt der Entscheidung eine detaillierte Analyse der Gesamtzusammenhänge zugrunde – bezogen auf Umwelt, Technik, wirtschaftliche Aspekte sowie die Versorgungssicherheit der Menschen in Deutschland. Die Schwerölvergasung, in der die Rußpellets zielgerichtet als Nebenprodukt hergestellt werden, ist eine wichtige Anlage innerhalb der Raffinerie, die existenziell für die Produktion von Wasserstoff und Methanol ist. Das sind alles Stoffe, die unter anderem für die Herstellung von Benzin, Diesel und petrochemischen Grundstoffen für die Folgeindustrie benötigt werden - nicht nur in der Region, sondern deutschlandweit.  

Wichtig dabei: Alle gesetzlichen Grenzwerte werden nicht nur eingehalten, sondern teilweise deutlich unterschritten. Unstrittig ist und war auch die Tatsache, dass die Produktion der Rußpellets als Nebenprodukt und deren Einsatz im Kraftwerk im Einklang mit Recht und Gesetz stehen. Dafür liegen seit jeher alle Genehmigungen vor. Dies wurde auch von der Aufsichtsbehörde bei einer Anhörung im Rat der Stadt Gelsenkirchen Mitte Oktober bestätigt. Vor diesem Hintergrund und unter Zugrundelegung sowie Abwägung aller Umstände dieses besonderen Einzelfalls hat die Geschäftsführung der Ruhr Oel GmbH im Rahmen eines förmlichen Beschlusses daher entschieden, dem Appell nicht zu folgen.

Gleichwohl sind sich die Ruhr Oel und alle rund 1.700 Mitarbeiter der Verantwortung bewusst, die das Unternehmen als Teil der Gesellschaft und bedeutender Arbeitgeber in Gelsenkirchen hat. Johnson: „Deshalb werden wir unsere Transparenz weiter erhöhen und den öffentlichen Dialog mit interessierten Raffinerienachbarn insbesondere zum Rußpellets-Thema verstärken.“

Dazu gehören ganz konkret unter anderem folgende Maßnahmen:

  • Veröffentlichung der Analyseergebnisse der Rußpellets auf der Homepage der Raffinerie,
  • Einladung des Umweltausschusses (und ggf. weiterer Vertreter des Stadtrates) in die Raffinerie,
  • Intensivierung des direkten öffentlich Dialogs insbesondere bezüglich des Themas Rußpellets.

Zudem beabsichtigt die Ruhr Oel mittelfristig, die Rußpellets-Produktion so zu verändern, dass das anfallende Nebenprodukt direkt im Raffinerieprozess weiterverarbeitet beziehungsweise verwendet werden kann.

Experten prüfen derzeit verschiedene technische Optionen. Allerdings nehmen derartige Veränderungen in der Anlagenkonfiguration einige Jahre in Anspruch, da sie große Umbauten, Genehmigungsprozesse und auch Investitionen nach sich ziehen.

Hinweis an die Redaktionen:

Die Ruhr Oel Raffinerie wurde vor fast 90 Jahren gegründet und hat eine lange Tradition in Gelsenkirchen. Mit rund 1.700 Mitarbeitern zählen die beiden Werke in den Gelsenkirchener Stadteilen Horst und Scholven zu den größten Arbeitgebern in der Region. Der Standort verfügt über eine Vielzahl an Raffinerie- und Petrochemieanlagen und verarbeitet jährlich rund zwölf Millionen Tonnen Rohöl zu hochwertigen Produkten. Das Unternehmen ist ein wichtiger Bestandteil der Chemieregion im nördlichen Ruhrgebiet.