Informationen zu Rußpellets: Herstellung und Qualitätsüberprüfung

Die Ruhr Oel GmbH produziert seit Jahrzehnten Rußpellets zielgerichtet als Nebenprodukt/Ersatzbrennstoff. Alle gesetzlichen Vorgaben wurden und werden dabei eingehalten. Entsprechend hat die Bezirksregierung Münster als Aufsichtsbehörde dem Kraftwerk Scholven eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung zum Einsatz der Rußpellets als Brennstoff erteilt. Unter anderem durch die Medienberichterstattung sind Anwohner in Gelsenkirchen in Verbindung mit dem Thema Rußpellets und deren Einsatz als Brennstoff verunsichert worden.

In dieser Rubrik möchte die Ruhr Oel GmbH – BP Gelsenkirchen für mehr Aufklärung über die Herstellung und die Zusammensetzung der Rußpellets sorgen. Wir wollen Transparenz schaffen und darüber informieren, wie wir die Qualität entsprechend der genehmigungsrechtlichen Vorgaben für die Verbrennung im Kraftwerk Scholven einhalten.

Wo und wie werden die Rußpellets hergestellt?

Die Rußpellets werden seit den 1970er Jahren im Werk Gelsenkirchen-Scholven in der dortigen Schwerölvergasungsanlage als Brennstoff hergestellt und in das benachbarte Kraftwerk Scholven als Nebenprodukt geliefert.

Die Produktion erfolgt in der Schwerölvergasung. Die Schwerölvergasung ist ein wichtiger Teil im gesamten Raffinerieverbund. Sie sorgt nämlich dafür, dass die gesamte Menge an Rohöl, die in der Raffinerie zum Einsatz kommt, rückstandsfrei verarbeitet wird. Die Schwerölvergasung ermöglicht eine effiziente Weiterverarbeitung von flüssigen, aber hochviskosen, also sehr zähen Kohlenwasserstoffen. Durch eine maßgeschneiderte Sauerstoffversorgung, auch partielle Oxidation genannt, werden neben Synthesegas, Heizgas und einem Einsatzstoff für die Rückgewinnung von Wasserstoff auch Rußpellets (Rußgranulat) zielgerichtet hergestellt.

Das in der Anlage angewendete Verfahren verarbeitet Produktbestandteile, die bei der Kraftstoffherstellung übrig bleiben und produziert daraus Methanol sowie große Mengen Wasserstoff. Der Wasserstoff wird dann beispielsweise für die Entschwefelung von Kraftstoffen genutzt. Dies steigert unter anderem die Umweltverträglichkeit. Durch den Verarbeitungsprozess wird ebenfalls Ruß gebildet, aus dem, in einem weiteren Verarbeitungsschritt durch Zugabe eines Pelletisierungsöls, die Rußpellets entstehen.

Zusammensetzung der Rußpellets

Die Rußpellets bestehen zu etwa 87 Prozent aus Kohlenstoff, etwa zehn Prozent Wasserstoff und etwa drei Prozent Schwefel. Das Nebenprodukt enthält auch Schwermetalle wie Nickel und Vanadium. Der Gehalt an Schwermetallen ist abhängig von den in der Raffinerie eingesetzten Rohölen und der Anlagenfahrweise. Der Heizwert der Rußpellets ist sehr hoch und liegt bei etwa 40 Megajoule/Kilogramm. Das heißt der Heizwert der Pellets ist deutlich höher als der Heizwert von Steinkohle.

Laboranalytik zur Bestimmung der Schwermetalle

Zur Sicherstellung einer gleichbleibenden Qualität der Rußpellets werden tägliche Laboranalysen durchgeführt. Diese erstellt das zertifizierte und für Mineralölprodukte akkreditierte Labor der Ruhr Oel GmbH. So wird sichergestellt, dass nur solche Rußpellets an das Kraftwerk geliefert werden, die den vereinbarten Parametern, also der Spezifikation, entsprechen. Die Ergebnisse der Laboruntersuchungen werden sowohl dem Kraftwerksbetreiber als auch der Überwachungsbehörde zur Verfügung gestellt.

Analysemethode zur Überprüfung der Rußpellets

Für die Analytik kommt die sogenannte Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA) zum Einsatz, deren hocheffektives Messprinzip auf der Wechselwirkung von Röntgenstrahlen mit der jeweiligen Probe basiert. Mit dieser Technik kann nahezu jedes Element, das in der Probe enthalten ist, aus dem Periodensystem präzise identifiziert werden.

Die produzierten Rußpellets werden täglich mit Hilfe der Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA) auf Nickel- und Vanadium-Anteile analysiert (gemäß Analysenmethode ROG6003). Die Produktspezifikation der Ruhr Oel GmbH wird eingehalten, wenn folgende Schwellenwerte eingehalten werden:

  • Nickel: kleiner 1.500 Milligramm/Kilogramm
  • Vanadium: kleiner 4.500 Milligramm/Kilogramm

Damit wird sichergestellt, dass in jedem Fall die genehmigten Grenzwerke für das Kraftwerk Scholven, welche bei 1.600 Milligramm/Kilogramm für Nickel und bei 5.000 Milligramm/Kilogramm für Vanadium liegen, eingehalten werden.

Sie können sich anhand unserer Prüfberichte davon überzeugen, dass die Spezifikationen eingehalten werden. Wenn die hergestellten Rußpellets nicht diesen Spezifikationen entsprechen, werden sie in einer hierfür zugelassenen Sondermüllverbrennungsanlage entsorgt.

Akkreditierung nach höchsten Standards

Akkreditierung bedeutet: Kompetenz bestätigen, Qualität sichern, Vertrauen schaffen.

Das Verfahren der Akkreditierung schafft Vertrauen in die Ergebnisse von Zertifikaten und Prüfberichten und unterstützt deren weltweite Vergleichbarkeit und Anerkennung. Die Akkreditierung ist die regelmäßige Überprüfung und Überwachung der vorschriftsmäßigen Durchführung von Laboranalysen durch die deutsche, staatlich beauftragte, Akkreditierungsstelle (DAkkS). Mit einer Akkreditierung bestätigt die DAkkS, dass das Labor seine Aufgaben fachkundig und nach geltenden Anforderungen erfüllt. Um eine Akkreditierung zu erhalten, ist es notwendig, dass das Labor seine Unabhängigkeit regelmäßig nachweist.

Unsere Zertifizierungsunterlagen (als Download)

Fazit

Durch eine intensive und akkreditierte Qualitätsüberwachung stellen wir sicher, dass die gesetzlichen und genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen für die Verbrennung von Rußpellets in dem Kohlekraftwerk sichergestellt sind. Dadurch halten wir alle Vorgaben des Bundesimmissionsschutzgesetzes ein.