Kleiner Aufwand, große Hilfe

BP Lingen Mitarbeiter spendet Blutstammzellen an Patienten

Lingen (Ems), im August 2017 – Alle 15 Minuten wird in Deutschland die Diagnose Blutkrebs gestellt. Besonders davon betroffen sind Kinder und Jugendliche. So war es auch der Aufruf für ein krebserkranktes Kind, der Alexander Gretzler, Produktionsmitarbeiter bei BP Lingen, auf die Möglichkeit der Knochenmark-Typisierung aufmerksam machte. Der 25-Jährige zögerte nicht lange und ließ sich in seinem ehemaligen Wohnort Freren für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei, kurz DKMS, registrieren. Ein Schritt, der nun für einen Patienten die Chance auf ein neues Leben sein könnte. „Es war nur ein Piekser in den Finger“, erinnert sich Gretzler an seine Typisierung. Als er die Nachricht erhielt, dass er der passende Spender für einen Patienten sei, war die Freude groß. „Man möchte helfen und das geht hierbei schließlich mit ganz einfachen Mitteln“, sagt der Lingener.

Mit dem Thema der Stammzellenspende ist die Raffinerie BP Lingen vertraut. Schon zwei Mal rief das Unternehmen selbst im Rahmen einer Blutspendeaktion zur Typisierung auf. Gretzler ist bereits der dritte Mitarbeiter der BP Lingen, der in den letzten Jahren durch einige einfache Schritte einem Patienten helfen kann.
Bei den regelmäßig stattfindenden Blutspendetagen der Raffinerie BP Lingen ist Alexander Gretzler regelmäßig dabei. Zuletzt im August diesen Jahres.
Grund genug für den jungen Lebensspender, um sich auch weiterhin für Typisierungsaktionen und die Registrierung bei der DKMS stark zu machen: „Wenn man gesund ist, sollte man es einfach machen. Der Aufwand und auch die Spende sind mit einem nur geringen Aufwand verbunden.“

Mit der Freude helfen zu können, kamen allerdings auch Bedenken über eine mögliche Operation und ihre Konsequenzen. Doch es kam anders als erwartet: „Es war keine Operation, sondern eine periphere Stammzellenspende“, erzählt Gretzler. Fünf Tage lange musste er sich ein bestimmtes Wachstumshormon injizieren, das dafür sorgt, den Anteil der weißen Blutkörperchen, also der Leukozyten, im Blut zu erhöhen. In einem speziellen Verfahren der Zentrifugation werden dann die wertvollen Stammzellen gewonnen. Fünf bis sechs Stunden musste Gretzler dafür
ausharren. Ein kleiner Preis, wie er findet, dafür, dass er mit wenig Aufwand jemanden die Chance geben kann, weiterzuleben. 

Im Vorfeld allerdings musste Gretzler für einen Tag nach Köln reisen, um dort auf seine vollständige Gesundheit untersucht zu werden. Neben den täglich verabreichten Spritzen folgten keine Vorbereitungen mehr. „Mir wurde allerdings gesagt, ich solle bis zur Spende gut auf mich aufpassen“, so Gretzler. Schließlich ging es nun nicht mehr nur um seine Gesundheit, sondern auch um die eines schwer erkrankten Patienten. Sobald der Spender zusagt, sich die benötigten Zellen entnehmen zu lassen, wird nämlich auch der Patient mit einer entsprechenden Chemotherapie vorbereitet. Beschwerden hatte der Lingener in der Zeit der Vorbereitung nicht. Ein leichtes Stechen in der Beckengegend sei alles gewesen. „Es war gut auszuhalten. Nichts, was man nicht überstehen würde“, erklärt Gretzler. 

Nicht nur seine Familie und seine Freunde waren in der Zeit der Vorbereitung und der Spende unterstützend an der Seite des 25-Jährigen. Seine Kollegen fanden ebenso gute Worte für das Engagement des Stammzellenspenders. Um in bestmöglicher Verfassung zu sein, wurde Gretzler für  die Zeit der Untersuchungen und der Spende von der Arbeit in der Raffinerie freigestellt.