Großrevision verläuft plangemäß - Anfahren der Anlagen beginnt im Juni

Lingen (Ems), 26. Mai 2017. Sicherheit und Präzision stehen im Mittelpunkt, wenn aktuell von Ende April bis Anfang Juni bei der BP Raffinerie Lingen der sogenannte Großstillstand den Alltag bestimmt. Alle Anlagen sind in diesen Wochen zur vollständigen Revision runtergefahren und werden in gut 250.000 Einzelaktivitäten inspiziert, gewartet und – wo nötig – repariert.

Sicheres Arbeiten wird belohnt!

„Wir gehen jetzt langsam auf das Stillstands-Ende zu und konnten bisher unsere Aufgaben gut strukturiert und weitestgehend nach Plan umsetzen. Für uns aber am wichtigsten: Alle Beteiligten – sowohl unsere Mitarbeiter als auch die unserer Partnerfirmen – verstehen sich als ein Team und führen die Arbeiten in enger Absprache sehr sicher aus“, erläutert Raffinerieleiter Bernhard Niemeyer-Pilgrim.

Um zu unterstreichen, dass bedachtes und sicheres Arbeiten im Stillstand höchste Priorität hat, wurde für die insgesamt 3.800 Mitarbeiter der Partnerfirmen ein attraktives Belohnungssystem entwickelt: Vorbildliche Arbeit wird honoriert mit einem Essensgutschein im Wert von zwei Euro, dessen kleiner Abschnitt zusätzlich als Los für eine wöchentliche Tombola dient. „Unsere Sicherheitsfachkräfte vergeben die Gutscheine bei ihren Kontrollgängen für sicheres und regelkonformes Arbeiten zum Beispiel auch dann, wenn unsichere Arbeiten gestoppt wurden“, so Asim Artanlar, Leitender Sicherheitsingenieur der BP Lingen. Ralf Blockhaus, zuständig für das Thema Arbeitssicherheit im Stillstand ergänzt, „in den ersten Wochen konnten bereits rund 15.000 Essensgutscheine verteilt werden“.

Austausch der RD2 Kolonne verlief plangemäß

Sind die Anlagen für die Revisionsarbeiten einmal runtergefahren, werden in einzelnen Bereichen der Raffinerie auch Veränderungen und Umbauten realisiert, die vor allem der Sicherheit, der Energieeinsparung sowie der Wirtschaftlichkeit dienen. Eine neue, 45 Meter hohe Kolonne für die Rohöldestillation der Raffinerie wurde bereits Ende 2016 geliefert. Anfang Mai wurde nun der Austausch der Kolonne bravourös gemeistert: Während der Aushub in gut drei Stunden über die Bühne ging, nahm der Einhub von 7.00 Uhr morgens bis ca. 16.00 Uhr rund neun Stunden in Anspruch.

Die Vorbereitungen und Absprachen innerhalb des Teams waren laut Projektleiter Thomas Bieker im Vorfeld bestens gelaufen und auch das Wetter brachte für beide Tage gute Voraussetzungen mit: Kein Regen und kein Wind! Für den aufwendigeren Einhub waren bereits am Vorabend die wichtigsten Vorbereitungen getroffen worden – die rund 250 Tonnen schwere Kolonne wurde an Ort und Stelle abgelegt und in den Kran eingehängt. Am nächsten Morgen übernahmen zwei Kräne im Tandemhub die Aufrichtung und den Einhub des Stahlkolosses. Zwei weitere Kräne kamen zum Einsatz, um am Ende die Schlaufen abzuschlagen. Kleinere Schwierigkeiten, die während des Hubs auftraten – ein Blech war verklemmt und Störkanten mussten beschnitten werden – wurden souverän gemeistert. Thomas Bieker zeigte sich somit, wie schon bei der Anlieferung der Kolonne im Dezember, sehr zufrieden: „Die Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten vom Lieferanten über die Kran- und Transportfirma bis hin zur Mechanik und Gerüstbau verlief hervorragend!“

Für ein weiterhin gutes Verhältnis zur Nachbarschaft

Gesetztes Ziel im Rahmen der Stillstandsaktivitäten ist es auch, die Auswirkungen der Arbeiten auf die Nachbarschaft der BP Lingen so gering wie möglich zu halten. Deshalb wurde im Vorfeld ein aufwendiges Umweltmanagementkonzept erarbeitet. Dazu gehören auch tägliche Messungen seitens der Abteilungen Umweltschutz und Feuerwehr, die sofort Hinweis geben, sollten Lärm oder Geruch die Richtwerte in der näheren Umgebung überschreiten. Bislang hat es während des Stillstandes keine Beschwerden aus der Nachbarschaft gegeben. Und Jens Ahuis, Abteilung Umweltschutz der BP Lingen, liegt viel daran, dass es so bleibt. Sein Augenmerk richtet er deshalb besonders auf Arbeiten, die nachts ausgeübt werden: Nach 22.00 Uhr gelten zum Schutz der Anwohner niedrigere Richtwerte, weshalb lärm- oder geruchsintensivere Arbeiten im Vorfeld zwischen Partnerfirmen, Schichtmanagern und Feuerwehr besonders intensiv besprochen werden. Gemeinsam werden Probemessungen durchgeführt und bei Bedarf überlegt, welche Maßnahmen zu treffen sind, um Lärm oder Geruch zu minimieren. „Im Sinne eines erfolgreichen Stillstands ist es uns wichtig, einen optimalen Ausgleich zwischen dem Schutz der Nachbarschaft und der Zeitplanung unserer Stillstandsaktivitäten zu schaffen“, erläutert Jens Ahuis. „Ein gutes Verhältnis zu unseren Nachbarn ist uns sehr wichtig!“

Anfahren der Anlagen ab Juni

Zum Ende der Großrevision in der Lingener BP Raffinerie werden ab Anfang Juni verschiedene Anlagenteile sukzessive wieder in Betrieb genommen.
Auch hier wurden im Vorfeld alle Arbeiten so geplant, dass Geruchs- oder Lärmemissionen während des Anfahrens möglichst vermieden werden. Zu 100 Prozent ist dies aber nicht immer möglich. Zudem ist in dieser Zeit mit erhöhter Fackeltätigkeit zu rechnen. 

Mögliche Beeinträchtigungen der Nachbarschaft bedauert BP Lingen sehr. Bei Anfragen oder Beschwerden bittet das Unternehmen darum, sich unter der durchgehend besetzten Telefonnummer 0591-611-2777 zu melden.

In der Spitze kommen 3.800 Fremdfirmenmitarbeiter im BP Lingen Stillstand zum Einsatz.

Für den erfolgreichen Einhub der neuen Destillationskolonne kam der größte bewegliche Kran Europas zum Einsatz.

Der gigantische Raupenkran CC 9800 bietet eine Tragfähigkeit von 1.600 Tonnen.

Austausch eines Wärmestauschers.

Einbau des neuen Röhrentrockners für die Kalzinierung.

Der Stillstand der BP Raffinerie Lingen aus der Vogelperspektive betrachtet.

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