Auf einen Blick: Der Weltenergiemarkt 2015 in sechs Schaubildern

Das Jahr 2015 war ein bewegendes auf den globalen Energiemärkten. Das BP Economics Team stellt sechs Statistiken aus dem aktuellen BP Statistical Review vor, um die zentralen Entwicklungen zu erläutern.

Die weltweite Energienachfrage wächst im zweiten Jahr in Folge nur gering

BP Chefvolkswirt Spencer Dale: „Eine der wichtigsten Entwicklungen im letzten Jahr ist die Tatsache, dass sich die globale Energienachfrage nur relativ gering erhöht hat, und zwar um lediglich 1 Prozent. Diese Steigerung ist nahezu identisch mit der im Jahr 2014, liegt allerdings deutlich unter dem Zehnjahresmittelwert.“

Schon gewusst?

Abgesehen von der Rezession im Jahr 2009 verbuchte die Energienachfrage weltweit 2015 die geringste Steigerung seit 1998.

Grundlegende Zahlen: Prozentuale Veränderung des globalen Primärenergieverbrauchs seit dem Jahr 2000

Die Nachfrage nach Öl steigt aufgrund gesunkener Preise

BP Chefvolkswirt Spencer Dale: „Die Rohölpreise sind 2015 stark gefallen und der Ölmarkt hat darauf entsprechend reagiert. Durch diesen Preisverfall ist die Nachfrage im vergangenen Jahr stark gestiegen, und zwar um ungefähr 1,9 Mio. Barrel pro Tag – damit nahezu doppelt so stark wie im Durchschnitt der zurückliegenden 10 Jahre.“

Schon gewusst?

Der Preis für Dated Brent lag 2015 durchschnittlich bei 52,39 US-Dollar pro Barrel, im Vergleich zu 98.95 US-Dollar im Jahr 2014. Der jährliche Durchschnittspreis lag damit auf dem niedrigsten Wert seit 2004.

Auf und ab: Prozentuale Veränderung des Preises für Dated Brent im Jahresvergleich seit 1985

Geringste Erhöhung der CO₂-Emissionen seit 25 Jahren

BP Chefvolkswirt Spencer Dale: „Die schwache Erhöhung der Energienachfrage, gekoppelt mit den Veränderungen in der Zusammensetzung des Energiemixes haben dazu geführt, dass sich die CO₂-Emissionen quasi nicht erhöht haben. Dazu trug insbesondere der fortschreitende Ersatz von Kohle durch sauberere, emissionsärmere Energieträger bei. Wir verzeichnen hier die niedrigste Erhöhung seit mehr als 25 Jahren – abgesehen vom Zeitraum unmittelbar nach der Finanzkrise.“

Schon gewusst?

Die durch Energieverbrauch erzeugten CO₂-Emissionen stiegen 2015 nur um 0,1%.

Verlangsamung: Prozentuale Veränderung der durch Energieverbrauch erzeugten CO2-Emissionen im Jahresvergleich und der gesamten CO2-Emissionen seit

Erneuerbare Energieträger auf Rekordkurs

BP Chefvolkswirt Spencer Dale: „Der Einsatz erneuerbarer Energieträger in der Stromerzeugung war 2015 die am schnellsten wachsende Energiequelle; sie erhöhte sich um über 15%, hauptsächlich durch Wachstum bei Wind- und Solarenergie. Hier setzt sich eine Entwicklung fort, die wir bereits seit einigen Jahren beobachten: Die spürbaren Kostensenkungen bei Wind- und Solarenergie lassen die Nachfrage stark steigen.“

Schon gewusst?

Weltweit bleibt die Windkraft (+17,4 Prozent) die größte Quelle in der regenerativen Stromerzeugung mit einem Anteil von 52,2 Prozent; mit +53,4 Prozent entfiel der größte Steigerungswert auf Deutschland.

Vorgeschichte: Windkraft

Erdgas nach 2014 wieder im Aufwind

BP Chefvolkswirt Spencer Dale: „Nach dem schwachen Wachstum im Jahr 2014 – bedingt durch den milden Winter – zeigte sich Erdgas 2015 wieder erholt. Ein Großteil der verbesserten Zahlen geht auf die USA zurück: Auf der Versorgungsseite bleiben die USA unangefochten die führende Adresse in Sachen Gasförderung, die Verbesserungen beruhen ausschließlich auf dem unverändert anhaltenden, starken Wachstum in der Förderung von Shale Gas. Auf der Nachfrageseite wiederum ließ diese Erhöhung der Förderung die Gaspreise in den USA spürbar nachgeben; Erdgas konnte dadurch in der Stromerzeugung des Landes erhebliche Marktanteile von der Kohle übernehmen.“

Schon gewusst?

Der weltweite Verbrauch von Erdgas stieg 2015 um 1,7 Prozent und damit signifikant stärker als im äußerst schwachen Jahr 2014 - diese Erhöhung liegt allerdings unter dem Zehnjahresmittelwert von 2,3 Prozent.

Wieder in Form: Prozentuale Veränderung des weltweiten Verbrauchs an Erdgas im Jahresvergleich seit 2005

Kohle verzeichnet den größten Rückgang aller Zeiten

BP Chefvolkswirt Spencer Dale: „Der Verbrauch an Kohle sank 2015 stark und verzeichnete dabei den stärksten je aufgezeichneten Rückgang. Verantwortlich dafür sind Faktoren sowohl auf der Versorgungs- wie auch auf der Nachfrageseite. In Sachen Versorgung hat die starke Erhöhung der Förderung von Shale Gas in den USA die Kohle zunehmend aus der Stromerzeugung gedrängt und so zu einem erheblichen Verbrauchsrückgang geführt. Was die Nachfrageseite anbetrifft, so ist die Hauptursache in China zu finden. Die Veränderungen in China auf dem Weg aus industriegestützten Wirtschaftsbereichen, die sehr stark von Kohle abhängig sind, haben im zweiten Jahr in Folge zu einem Rückgang des Kohleverbrauchs geführt.

Schon gewusst?

Der Anteil von Kohle am weltweiten Primärenergieverbrauch ist auf 29,2 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit 2005 gesunken.

Schwachpunkte: Die Jahre des rückläufigen Kohleverbrauchs seit 1985