Entwicklung Erdgas

Verbrauch und Förderung

  • Der globale Verbrauch an Erdgas stieg 2015 um 1,7 Prozent und lag damit deutlich über dem sehr schwachen Wachstum im Jahr 2014 (+0,6%), blieb aber immer noch unter dem Zehnjahresmittelwert von 2,3 Prozent. Der Verbrauchsanstieg lag außerhalb der OECD-Staaten (+1,9%, mit einem Anteil von 53,5% am weltweiten Verbrauch) unter dem Durchschnittswert; in den OECD-Staaten lag er mit +1,5 Prozent über dem Durchschnitt.
  • Unter den Schwellenländern erzielten der Iran (+6,2%) und China (+4,7%) die größten Anstiege beim Verbrauch, wobei das Wachstum in China immer noch unter dem Zehnjahresmittelwert von 15,1 Prozent lag. Russland (-5%) verzeichnete den umfangreichsten (auf Zuwachs bezogenen) Rückgang, gefolgt von der Ukraine (-21,8%).
  • Unter den OECD Ländern erzielten die USA den größten Wachstumsanstieg (+3%), während sich der Verbrauch in der EU nach dem starken Rückgang im Jahr 2014 mit +4,6 Prozent gut erholt zeigte.
  • Erdgas besaß einen Anteil von 23,8 Prozent am weltweiten Primärenergieverbrauch.
  • Die globale Förderung von Erdgas erhöhte sich 2015 um 2,2 Prozent und damit schneller als der Verbrauch; dennoch lag der Anstieg unter dem Zehnjahresmittelwert von 2,4 Prozent. In Nord-Amerika, Afrika und der Region Asien-Pazifik war das Wachstum überdurchschnittlich. Die USA (+5,4%) erzielten den höchsten Anstieg; der Iran (+5,7%) und Norwegen
    (+7,7%) verzeichneten ebenfalls beträchtliche Steigerungen. Die Förderung in der EU sank mit -8 Prozent stark, dabei lag der Rückgang mit –22,8 Prozent in den Niederlanden weltweit am höchsten. In Russland (-1,5%) sowie im Jemen (-71,5%) kam es ebenso zu umfangreichen volumetrischen Rückgängen.

Handelsaktivitäten

  • Der weltweite Handel mit Erdgas erholte sich 2015 und stieg um 3,3 Prozent.
  • Der Transport von Erdgas über Pipelines stieg um 4 Prozent, hauptsächlich ausgelöst durch vermehrte Nettopipelineexporte aus Russland (+7,7 Prozent) und Norwegen (+7%). Die größten volumetrischen Anstiege bei den Nettopipelineimporten vermeldeten Mexiko (+44,9%) und Frankreich (+28,8%).
  • Die globalen Handelsaktivitäten mit LNG erhöhten sich um 1,8 Prozent. Beim Exportwachstum lagen Australien (+25,3%) und Papua-Neuguinea (+104,8%) vorne; diese Steigerungen konnten den Rückgang der Lieferungen aus dem Jemen (-77,2%) ausgleichen. Gestiegene LNG-Nettoimporte nach Europa (+15,9%) und in den Mittleren Osten (+93,8%) wurden zum Teil durch gesunkene Nettoimporte nach Südkorea (-10,4%) und Japan (-4%) aufgezehrt.
  • Der internationale Handel mit Erdgas machte einen Anteil in Höhe von 30,1 Prozent am weltweiten Gasverbrauch aus; die Handelsaktivitäten per Pipeline stiegen dabei auf 67,5 Prozent des weltweiten Handels.