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Statistical Review of World Energy

Datum der Veröffentlichung:
9. Juli 2021
Der Statistical Review bietet umfassende, objektive und globale Daten über die Weltenergiemärkte.
Leere Autobahn
Die diesjährige 70. Ausgabe des bp Statistical Review liefert uns allen die objektiven und aktuellen Daten, die erforderlich sind, um die turbulentesten Ereignisse der vergangenen 70 Jahre und deren Auswirkungen auf die Energiemärkte verstehen zu können.

 

 

2020 auf einen Blick

Die Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf die Energiemärkte waren dramatisch, und sowohl Primärenergie als auch CO2-Emissionen verzeichneten die schnellsten Rückgangsraten seit dem Zweiten Weltkrieg. Trotzdem nahmen die erneuerbaren Energien weiter zu, wobei die Solarkraft ihr bisher grösstes Wachstum vorweisen konnte.

 

Entwicklungen im Energiebereich

  • Der Primärenergieverbrauch ging 2020 um 4,5 Prozent zurück – der grösste Rückgang seit 1945.
  • Haupttreiber des Rückgangs beim Energieverbrauch war das Öl, das knapp drei Viertel des Gesamtrückgangs beim Energiebedarf ausmachte; Erdgas und Kohle verzeichneten aber ebenfalls signifikante Rückgänge.
  • Trotz des Rückgangs beim Gesamtenergiebedarf nahm die Stromerzeugung aus Wind-, Solar- und Wasserkraft in allen drei Bereichen zu.
  • Die Länder, die die grössten Rückgänge beim Energieverbrauch verzeichneten, waren die USA, Indien und Russland. China zeigte den grössten Anstieg (2,1 Prozent) und gehörte damit zu den wenigen Ländern, in denen im vergangenen Jahr die Energienachfrage zunahm.

 

CO2-Emissionen

  • CO2-Emissionen aus dem Energieverbrauch gingen um 6,3 Prozent zurück und landeten damit auf dem niedrigsten Niveau seit 2011. Wie bei der Primärenergie war dieser Rückgang der grösste seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

 

Öl

  • Der Ölpreis (Dated Brent) betrug 2020 durchschnittlich $41,84/bbl (pro Barrel) – der niedrigste Preis seit 2004.
  • Der Ölverbrauch fiel um 9,1 Mio. Barrel pro Tag (b/d) bzw. um 9,3 Prozent – ein Rekordrückgang – auf das tiefste Niveau seit 2011.
  • Der grösste Rückgang bei der Nachfrage nach Öl wurde in den USA (-2,3 Mio. b/d), in der EU (1,5 Mio. b/d) und in Indien (-480.000 b/d) verzeichnet. China war praktisch das einzige Land, in dem der Verbrauch zunahm (+220.000 b/d).
  • Die Erdölförderung ging weltweit um 6,6 Mio. b/d zurück, wobei zwei Drittel des Rückgangs auf OPEC entfielen. Die grössten Rückgänge in OPEC-Ländern verzeichneten Libyen (-920.000 b/d) und Saudi-Arabien (-790.000 b/d); ausserhalb der OPEC wurden die grössten Rückgänge in Russland
  • (-1.0 Mio. b/d) und den USA (-600.000 b/d) notiert.
  • Die Auslastung bei den Raffinerien fiel um den Rekordwert von acht Prozentpunkten auf 74,1 Prozent, das niedrigste Niveau seit 1985.

 

Erdgas

  • Die Preise für Erdgas fielen auf die tiefsten Stände seit Jahren. 2020 erzielte US Henry Hub durchschnittlich $1,99/mmBtu (million British thermal units; 1 mmBtu entspricht 26,4 m3) – das war der tiefste Wert seit 1995 – während die Preise in Asien für Flüssigerdgas (Japan Korea Marker) auf ihr historisch tiefstes Niveau ($4,39/mmBtu) fielen.
  • Der Erdgasverbrauch ging um 81 bcm (billion cubic metres, Mrd. m3) bzw. 2,3 Prozent zurück. Trotzdem stieg der Anteil von Erdgas an der Primärenergie weiter und erreichte einen Rekordwert von 24,7 Prozent.
  • Rückgänge bei der Nachfrage nach Erdgas verzeichneten Russland (-33 bcm) und die USA (-17 bcm); die grössten Zuwächse hatten China (+22 bcm) und der Iran (+10 bcm).
  • Der interregionale Gashandel fiel um 5,3 Prozent und war komplett auf einen 10,9-prozentigen Rückgang im Pipeline-Handel zurückzuführen.
  • Lieferungen von Flüssigerdgas stiegen um 4 bcm bzw. 0,6 Prozent, was weit unter dem  10-Jahresdurschnitt von 6,8 Prozent liegt. US-Lieferungen von Flüssigerdgas nahmen um 14 bcm (29 Prozent) zu, wobei dieser Anstieg teilweise durch Rückgänge in den meisten anderen Regionen – vor allem Europa und Afrika – wieder wettgemacht wurden.

 

Kohle

  • Der Kohleverbrauch fiel um 6,2 Exajoule (EJ) bzw. um 4,2 Prozent. Die grössten Rückgänge waren in den USA (-2,1 EJ) und in Indien (-1,1 EJ) zu verzeichnen; dabei fiel der Kohleverbrauch in den OECD-Ländern auf den tiefsten Stand in unseren Daten seit 1965.
  • China und Malaysia, die ihren Verbrauch um 0,5 bzw. 0,2 EJ steigerten, bildeten hierbei nennenswerte Ausnahmen
  • Die globale Kohleförderung nahm um 8,3 EJ (5,2 Prozent) ab. Wie beim Verbrauch wurde die Produktionssteigerung in China durch starke Rückgänge in mehreren Ländern wettgemacht, hierzu gehörten die USA (-3,6 EJ), Indonesien (-1,3 EJ) und Kolumbien (-1,0 EJ).

 

Erneuerbare Energien, Wasser- & Atomkraft

  • Erneuerbare Energien (inklusive Biokraftstoffe aber ohne Wasserkraft) stiegen um 9,7 Prozent, d.h. langsamer als der 10-Jahresdurchschnitt (13,4 Prozent), aber der Energiezuwachs (2,9 EJ) hatte eine ähnliche Grössenordnung wie die Zuwächse in den Jahren 2017, 2018 und 2019.
  • Die Stromerzeugung aus Solarenergie stieg um den Rekordwert von 1,3 EJ (20 Prozent). Windkraft lieferte den grössten Beitrag zum Wachstum bei erneuerbaren Energien.
  • Die Kapazität von Solaranlagen stieg um 127 GW, während die aus Windkraftanlagen um 111 GW zunahm – fast das Doppelte des bisher grössten jährlichen Anstiegs
  • China lieferte den grössten Beitrag zum Wachstum bei den erneuerbaren Energien (1,0 EJ), gefolgt von den USA (0,4 EJ). Der Beitrag Europas belief sich auf 0,7 EJ.  
  • Strom aus Wasserkraft nahm um 1,0 Prozent zu – angeführt wieder von China (0,4 EJ) – aber Atomkraft ging um 4,1 Prozent zurück. Treiber hier waren Rückgänge in Frankreich (-0,4 EJ), den USA (-0,2 EJ) und Japan (-0,2 EJ).

 

Strom

  • Die Stromerzeugung ging um 0,9 Prozent zurück – mehr als der Rückgang von -0,5 Prozent im Jahre 2009, das das einzige andere Jahr in unseren (1985 erstmals gesammelten) Daten war, in dem ein Nachfragerückgang zu verzeichnen war.
  • Der Anteil von erneuerbaren Energien bei der Stromerzeugung stieg von 10,3 Prozent auf 11,7 Prozent, der Anteil von Kohle hingegen ging um 1,3 Prozentpunkte auf 35,1 Prozent zurück. Dies stellt einen neuen Tiefstand in unseren Daten dar.

 

Wichtigste Mineralien

  • Die Lithium-Produktion fiel im Zuge eines Produktionsrückgangs in Australien um 4,6 Prozent, während die Kobalt-Produktion um 2,9 Prozent stieg, nachdem sich die Förderung in der Demokratischen Republik Kongo nach dem Einbruch im Jahre 2019 teilweise erholt hatte.
  • Die Produktion von Metallen der Seltenen Erden stieg um 23,2 Prozent. Treiber hier war das starke Wachstum in Australien und den USA.

Grafiken