BP Energy Outlook 2035: Globales Wachstum der Energienachfrage verlangsamt sich trotz eines Anstiegs in den Schwellenländern

Datum: 11 Februar 2014
  • Schwerpunkte des BP Energy Outlook 2035 sind die Verfügbarkeit, Sicherheit und Nachhaltigkeit auf den globalen Energiemärkten.
  • Auch wenn sich Zusammensetzung des Energiemix ändert: Wichtigste fossile Energieträger Öl, Erdgas und Kohle spielen 2035 mit einem Anteil von jeweils ca. 26 bis 27 % weiterhin eine dominante Rolle.
  • Atomenergie, Wasserkraft und Erneuerbare Energien werden jeweils einen Marktanteil zwischen 5 % und 7 % besitzen.*
Die weltweite Energienachfrage wird zwar weiter steigen, was im Wesentlichen durch die Schwellenländer – vornehmlich China und Indien – getrieben ist. Jedoch wird sich dieses Wachstum verlangsamen. Dies ist eine der Kernaussagen des neuen BP Energy Outlook 2035.

Die vierte Ausgabe des Energy Outlook beschreibt BPs Einschätzung der am wahrscheinlichsten zu erwartenden Entwicklungen auf den globalen Energiemärkten. Erstmals wurde der der Betrachtungszeitraum auf Grundlage neuester Analysedaten über das Jahr 2030 hinaus bis 2035 erweitert.

Der Outlook geht davon aus, dass der globale Energieverbrauch zwischen 2012 und 2035 um 41 % wachsen wird – verglichen mit 55 % im Verlauf der letzten 23 Jahre (52 % in den zurückliegenden 20 Jahren) bzw. 30 % in den letzten zehn Jahren. Dabei wird erwartet, dass 95 % dieser Nachfragesteigerung auf die Schwellenländer entfallen, während sich der Energieeinsatz in den etablierten Märkten in Amerika, Europa und Asien insgesamt wohl nur sehr mäßig erhöhen wird. Zum Ende des Betrachtungszeitraums wird prognostiziert, dass der Energieeinsatz in diesen Märkten erstmals zurückgehen wird.

Die Anteile der wichtigsten fossilen Energieträger an diesem Energieträgermix werden sich immer weiter annähern und für Öl, Erdgas und Kohle bis 2035 jeweils rund 27 % ausmachen. Die restlichen Anteile entfallen auf Atomenergie, Wasserkraft und Erneuerbare Energien. Der Anteil von Erdgas wächst unter den fossilen Energieträgern am schnellsten, da es in der Stromerzeugung wie auch in anderen Einsatzbereichen zunehmend als eine sauberere Alternative zur Kohle angesehen wird.

Bob Dudley, BP Group Chief Executive stellte heraus, dass der BP Energy Outklook "Beleg dafür sei, wie über den Wettbewerb und die Kräfte des Marktes neue Technologien und Innovationen entstehen und sich etablieren können, um den weltweiten Energiebedarf zu befriedigen. Diese Faktoren lassen uns optimistisch auf die Zukunft der Energiemärkte blicken."

"Die Ergebnisse des Energy Outlook führen zu drei entscheidenden Fragen: Gibt es genug Energievorkommen, um die steigende Nachfrage zu befriedigen? Können wir die Nachfrage zuverlässig befriedigen? Welche Konsequenzen ergeben sich, wenn wir diese Nachfrage befriedigen? Mit anderen Worten, ist die Versorgung mit Energie ausreichend, sicher und nachhaltig?", so Dudley weiter.

"Unsere Antwort auf die erste Frage ist ein klares 'Ja'. Die Nachfrageerhöhung hat sich im Vergleich zu den zurückliegenden Jahrzehnten verlangsamt, und zwar hauptsächlich dank der verbesserten Energieeffizienz. Die globalen Trends in Bezug auf technologische Entwicklungen, Investitionen und politische Rahmenbedingungen stimmen uns zuversichtlich, dass die Versorgung mit der Nachfrage Schritt halten kann. Neue Energiearten wie Shale Gas, Tight Oil sowie die Erneuerbaren Energien werden auf der Versorgungsseite weltweit einen signifikanten Anteil ausmachen."

In Bezug auf die Frage der Versorgungssicherheit zeichnet der Outlook ein gemischtes, doch insgesamt positives Bild. Unter den heutigen Energieimporteuren sind die USA auf dem Weg, Selbstversorger zu werden, während die Importabhängigkeit von Europa, China und Indien steigen wird. Es wird erwartet, dass Asien eine zunehmend dominante Rolle auf Seiten der Energieimporteure einnehmen wird. Dudley stellte dazu fest: "Dies gibt keinen Anlass zur Sorge, sofern die Märkte ihren Aufgaben nachkommen können, neue Versorgungsketten für diese wichtigen Importregionen zu erschließen."

Was die Frage der Nachhaltigkeit anbetrifft, wird prognostiziert, dass die Kohlendioxidemissionen um 29 % steigen und dieser Anstieg ausschließlich auf die Schwellenländer entfallen wird. Der Outlook listet dahingehend einige positive Aspekte auf: Die Erhöhung des Emissionsausstoßes wird dadurch verlangsamt, dass Erdgas und die Erneuerbaren Energien auf Kosten von Öl und Kohle einen zunehmend größeren Marktanteil gewinnen und die Emissionen in Europa und den USA zudem sinken werden. "Wir erwarten, dass zum Ende des Betrachtungszeitraums viele der weiter fortgeschrittenen Industrieländer in der Tat ein Wirtschaftswachstum bei sinkendem Energieverbrauch aufweisen werden", so Bob Dudley.

BP Chefvolkswirt Christof Rühl erklärte: "Dieser Prozess verdeutlicht die Bedeutung der wirtschaftlichen Kräfte und des Wettbewerbs. Mit einfachen Worten: Die Menschen finden Wege, Energie effizienter einzusetzen und somit Geld zu sparen. Dies wirkt sich auch positiv auf die Umwelt aus – je weniger Energie wir einsetzen, umso geringer ist der Ausstoß an Kohlenstoffemissionen. So liegt der Ausstoß an CO2-Emissionen in den USA, um nur ein Beispiel zu nennen, mittlerweile wieder auf dem Niveau der 1990er Jahre."

In der diesjährigen Ausgabe des BP Energy Outlook 2035 werden ebenfalls der Transportsektor und die Revolution im nordamerikanischen Erdgasmarkt näher untersucht.

Zusammenfassung des BP Energy Outlook 2035

Primärenergie

Nach dem BP Energy Outlook wird die globale Energienachfrage bis 2035 weiter um durchschnittlich 1,5 % pro Jahr steigen. Es wird erwartet, dass sich das Wachstum über diesen Zeitraum verlangsamt; bis 2020 wird die erwartete Erhöhung durchschnittlich 2 % pro Jahr betragen und anschließend auf jährlich nur noch 1,2 % sinken. Ein Anteil in Höhe von 95 % dürfte dabei auf die Volkswirtschaften in Nicht-OECD-Ländern entfallen, unter denen China und Indien für mehr als die Hälfte des Anstiegs verantwortlich zeichnen werden. Bis 2035 wird der Energieverbrauch in den Nicht-OECD-Ländern um 69 % höher liegen als im Jahr 2012. Im Vergleich dazu dürfte der Energieverbrauch in den OECD-Ländern im Betrachtungszeitraum um lediglich 5 % steigen und trotz des erwarteten wirtschaftlichen Wachstums nach 2030 sogar rückläufig sein.

Auch wenn sich die Zusammensetzung des Energiemix mit der Zeit verändern wird, werden die fossilen Energieträger hier weiterhin eine dominante Rolle spielen. Die Anteile von Öl, Erdgas und Kohle am Energiemix werden sich bis 2035 immer weiter annähern und dann jeweils bei ca. 26 bis 27 % liegen; nicht-fossile Energieträger – Atomenergie, Wasserkraft und Erneuerbare Energien werden jeweils einen Marktanteil zwischen 5 % und 7 % besitzen.

Öl

Öl wird unter den wichtigsten Energieträgern bis 2035 die niedrigste Steigerungsrate verzeichnen und durchschnittlich nur eine Erhöhung der Nachfrage von 0,8 % pro Jahr ausweisen. Nichtsdestotrotz bedeutet dies, dass die Nachfrage nach Öl und anderen flüssigen Energieträgern 2035 um 19 Millionen Barrel pro Tag über dem Vergleichswert aus dem Jahr 2012 liegen wird. Die Erhöhung der Nettonachfrage wird ausschließlich auf Nicht-OECD-Länder entfallen und fast vollständig aus China, Indien und dem Mittleren Osten kommen.

Die Erhöhung der Versorgung mit Öl und anderen flüssigen Energieträgern (einschließlich Biokraftstoffen) wird bis 2035 im Wesentlichen durch Amerika und den Mittleren Osten abgedeckt. Mehr als die Hälfte der Steigerungsrate wird aus Nicht-OECD-Staaten stammen und die steigenden Förderraten von Tight Oil in den USA, Ölsanden in Kanada, Öl aus der Tiefsee vor der Küste Brasiliens und von Biokraftstoffen aus brasilianischer Produktion werden die zurückgehende Förderung aus älteren Feldern andernorts mehr als kompensieren. Dank der vermehrten Förderung neuer Tight Oil-Vorkommen werden die USA im Jahr 2014 Saudi Arabien wahrscheinlich als die Nation mit der weltweit größten Förderung von flüssigen Energieträgern ablösen. Die Ölimporte der USA werden zwischen 2012 und 2035 wahrscheinlich um fast 75 % zurückgehen.

Es wird erwartet, dass der OPEC-Anteil am Ölmarkt zu Beginn des Betrachtungszeitraums sinkt; diese Entwicklung spiegelt die Erhöhung der Ölförderung in Nicht-OPEC-Staaten und einen Nachfragerückgang aufgrund hoher Preise und zunehmend effizienter werdender Technologien für den Transportsektor wider. Der Marktanteil der OPEC wird sich ab 2020 wahrscheinlich wieder ein wenig erhöhen.

Gas

Es steht zu erwarten, dass Erdgas der am stärksten wachsende fossile Energieträger sein wird – die Nachfrage wird hier jährlich durchschnittlich um 1,9 % steigen. 78 % der Nachfragesteigerung werden dabei auf Nicht-OECD-Staaten entfallen. Der größte Teil der Nachfragesteigerung wird sich auf die Stromerzeugung und industriellen Verbraucher verteilen. Es wird erwartet, dass der Export von LNG mehr als doppelt so schnell wie der Gasverbrauch steigt, im Schnitt um jährlich 3,9 %; damit wird LNG bis 2035 26 % des Wachstums auf der Versorgungsseite im Gassektor abdecken.

Schiefergas wird bis 2035 46 % der Nachfragesteigerung bei Gas ausmachen und damit einen Anteil von 21 % an der weltweiten Gasförderung und 68 % der US-Produktion haben. Die Steigerungsrate der nordamerikanischen Schiefergasförderung von Shale Gas wird sich ab 2020 wahrscheinlich verlangsamen, wohingegen die Förderung in anderen Regionen zunehmen wird. Dennoch wird Nordamerika im Jahr 2035 einen Anteil von 71 % an der weltweiten Schiefergasförderung halten.

Kohle

Hinter Öl wird Kohle unter den wichtigsten Energieträgern wahrscheinlich die zweitniedrigste Steigerungsrate verzeichnen, da die Nachfrage bis 2035 voraussichtlich nur um 1,1 % pro Jahr steigen wird. Im Laufe dieses Zeitraums dürfte die Steigerungsrate ab 2020 auf jährlich nur noch 0,6 % absinken. Dabei entfällt fast das gesamte Nettowachstum (87 %) auf der Nachfrageseite bis 2035 auf China und Indien, deren gemeinsamer Anteil am globalen Kohleverbrauch in Höhe von 58 % im Jahr 2012 auf 64 % im Jahr 2035 steigen wird.

Sonstige

Die Stromerzeugung in Kernkraftwerken wird bis 2035 weltweit um jährlich 1,9 % steigen – China, Indien und Russland werden 96 % des globalen Wachstums im Bereich Atomstrom unter sich aufteilen, während die nukleare Stromerzeugung in den USA und Europa in Folge der Stilllegung von Kernkraftwerken zurückgehen wird.

Die Wachstumsrate bei der Stromerzeugung aus Wasserkraft wird bis 2035 wahrscheinlich bis auf einen Wert von jährlich 1,8 % zurückgehen; dabei wird der Anstieg in China, Indien und Brasilien nahezu die Hälfte der weltweiten Steigerungsrate ausmachen.

Erneuerbare Energien werden unverändert die am schnellsten wachsende Energieart bleiben; ausgehend von einem kleinen Marktanteil wird sich das Wachstum hier bis zum Jahr 2035 in Höhe von jährlich 6,4 % bewegen. Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der weltweiten Stromerzeugung wird sich bis 2035 wahrscheinlich von 5 % auf 14 % erhöht haben. Während bisher die OECD-Länder die treibende Kraft hinter dem Ausbau der Erneuerbaren Energien gewesen sind, so holen die Nicht-OECD-Länder hier auf und werden bis 2035 einen Anteil von 45 % an der Gesamtmenge haben. Biokraftstoffe mit eingerechnet, steht zu erwarten, dass die Erneuerbaren Energien bis 2025 einen höheren Anteil an der Primärenergie besitzen werden als die Atomindustrie.

CO2

Auch wenn die Steigerungsraten hier gemäßigter ausfallen als in der Vergangenheit, so ist dennoch zu erwarten, dass der CO2-Ausstoß zwischen 2012 und 2035 um 29 % steigen wird. Diese Erhöhung wird ausschließlich in den Nicht-OECD-Ländern zu verzeichnen sein, wohingegen der Ausstoß in den OECD-Ländern um 9 % zurückgehen wird. Im Jahr 2035 werden 72 % der CO2-Emissionen außerhalb der OECD anfallen.

* Dies ist eine Übersetzung der englischen Meldung der BP Plc. – rechtlich verbindlich ist allein das englische Original!

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Hinweise für die Redaktion

Die BP Europa SE Zweigniederlassung BP Austria ist Teil der internationalen BP Gruppe, eines der führenden internationalen Öl- und Gasunternehmen. BP in Österreich versorgt den heimischen Markt mit Treibstoffen, Convenience Shop-Produkten, Schmierstoffen, Heizöl und Flugtreibstoffen. BP beschäftigt in Österreich 167 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und verfügt über ein Tankstellennetz von 280 BP Stationen (Stand Jänner 2017).

Weitere Informationen finden Sie unter www.bp.at und www.bptankstelle.at.